Rezension: »Châ­teau Mouton Rothschild – Wein & Kunst« / TRETORRI Verlag

© Cover: »Châ­teau Mouton Rothschild - Wein & Kunst« / TRETORRI Verlag

© Cover: »Châ­teau Mouton Rothschild – Wein & Kunst« / TRETORRI Verlag

Rothschild! Dieses Wort hat auch derjenige schon einmal irgendwo gelesen oder gehört, der keinen Wein trinkt. Doch Rothschild ist nicht allein die Bezeichnung für einen Rotwein aus Frankreich.
Rothschild ist ein Name, eine Marke mit Familien-Tradition und einer Geschichte, die ins Jahr 1853 zurückgeht. Zugegeben, das allein zeichnet ein Weingut nicht aus, denn Familientraditionen werden im Weinanbau bis heute gepflegt.
Doch Rothschild hat sich aus vielerlei Gründen einen Namen gemacht. Das hat auch der TRETORRI Verlag erkannt und bereits 2014 einen übergroßen Bildband herausgebracht, der sich mit Weinen von Rothschild im Kleinen und mit der Kunst – dank Rothschild – im Großen, beschäftigt.

»Châ­teau Mouton Rothschild – Wein & Kunst« – Aufmachung

Der Kunstband wird von einem dunkelroten Schutzumschlag geschützt, ein gleichfarbiges Lesebändchen sorgt dafür, dass die letzte Lesestelle gekennzeichnet werden kann.  
Der Umschlag weist zahlreiche Ränder von Weingläsern auf. Das wirkt authentisch, allerdings würde ich mein Weinglas trotzdem nicht auf dem Buch abstellen. 😉
Eine Besonderheit: Das Buch ist in Englisch und Deutsch verfasst und somit pro Seite sprachlich unterteilt – meist durch ein graphisches Element voneinander getrennt. 

»Châ­teau Mouton Rothschild – Wein & Kunst« – Inhalt

Der Inhalt beginnt mit dem Vorwort des Verlags, gefolgt von zwei ganzseitigen Fotos. Danach tauche ich in die Geschichte von Mouton Rothschild ein. Ich erfahre, dass das Châ­teau Mouton Rothschild in Pauillac, nördlich von Bordeaux liegt, eingebettet vom Atlantik und dem Fluss Gironde.  
Und das ist nur der Anfang. Auf den folgenden Seiten wird die Region und Mouton Rothschild näher vorgestellt. Dann stoße ich auf das Kapitel „Kunstetiketten„, die unweigerlich mit Mouton Rothschild verbunden sind. 
1924 ließ Philippe de Rothschild das Etikett des Jahrgangs von einem Künstler gestalten. Erst ab 1945 wurde aus diesem aufsehenerregendem Beispiel die Regel. Bis heute erhält der beste Jahrgang des Châ­teau Mouton Rothschilds ein kunstvoll gestaltetes Etikett. Im Buch sind die Etiketten bis zum Jahr 2011 erläutert. 

Bevor es soweit ist, erfahre ich mehr über die Durchführung dieser Weinproben: Pekka Nuikki aus Finnland hat diese Aufgabe übernommen. 
Aber auch allgemein wird die Subjektivität einer Weinprobe erläutert – ich fühle mich gut aufgehoben und in meiner Meinung zum Thema bestätigt. 

Letzte Erklärungen zur Punktevergabe und zu Verkostung. Dann steige ich ein, ins Jahr 1924.

Ein klassisches Inhaltsverzeichnis gibt es übrigens nicht. Das macht bei einem Buch, dessen Inhalt chronologisch sortiert ist, auch keinen Sinn.

»Châ­teau Mouton Rothschild – Wein & Kunst« – Die Weine & die Künstler

Zunächst wird der Wein vorgestellt – Flasche und Erklärung. 
Wie war das Klima im jeweiligen Jahr? Wurde der Wein dekantiert? Wie lange? Wie schmeckt der Wein und wie oft wurde verkostet? 
All diese Fragen werden in kurzen Notizen erklärt. Hier liegt in der Kürze die Würze. 

Auf der nächsten Seite bleiben wir beim selben Jahrgang. Der Fokus liegt aber auf dem Etikett. Nun wird der Künstler, der das Etikett gestaltet hat, vorgestellt. Jean Carlu hat das Etikett von 1924 kreiert. 
Ab 1945 folgen kreative Persönlichkeiten wie Marc Chagall, Wassily Kandinsky oder Francis Bacon. Auch Pablo Picasso und Joan Miró haben dazu beigetragen, dass ein Jahrgang Mouton Rothschild künstlerisch wertvoller wird – im doppelten Sinn, würde ich meinen. 

Alle Künstler sind mit den jeweiligen Weinflaschen am Ende des Buches noch einmal namentlich aufgeführt. 

 

Was habe ich dazu verkostet? 

Keiner dieser Jahrgänge – 1924 / 1945 bis 2011 – fand den Weg in mein Glas. Warum? Na, es scheitert am Anschaffungspreis. 

Ich habe trotzdem einen Rothschild getrunken. Jahrgang 2012.
Dieser „normale“ Rothschild mit schönem, aber nicht kunstvoll gestaltetem Etikett, zeigt Baron Henri, der von 1872 bis 1947 lebte. 

Baron Henri de Rothschild ist ein Mann der Literatur.
Obwohl er ursprünglich als Mediziner tätig war, schlug sein Herz für Theater und Buch. Er schrieb unter dem Pseudonym André Pascal Theaterstücke, erbaute das Pariser Theater Pigalle und sammelte Bücher. Seine Sammlung hinterließ er der Bibliothèque Nationale. 

Der Wein Rothschild Baron Henri

Jahrgang 2012

Alkohol: 13,5 %Vol.
Zucker: 1,7 g/l
Säure: 5,3 g/l

Rebsorten: Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc
Boden: Kies, Sand 

In der Nase: Weihnachtsdüfte von Nelken, Zimt. Dazu schwarze Früchte wie Brombeeren und Cassis. 

Im Mund: Lakritz und ätherische Noten, kratziges Tannin. 

 

Die Aromen, die in der Nase noch schmeicheln, fehlen auf der Zunge. Das Tannin ist hart, beinahe kratzig und gibt kein besonders gutes Mundgefühl. 
Ein paar Jahre liegen lassen kann hier vielleicht Besseres hervorbringen. 

Fazit

»Châ­teau Mouton Rothschild – Wein & Kunst« ist ein kunstvoll gestalteter Band für Wein- und Kunstliebhaber. Das vermittelte Wissen über das Weingut, die Jahrgänge und die Künstler bietet eine interessante Ergänzung, wirkt aber nicht zu voluminös und nie zu schwer. 

Ein tolles Buch, das mit einem Preis von 69,90 € durchaus auch mal geschenkt werden könnte. 

 

Château Mouton-Rothschild
Wein & Kunst 1924/1945 – 2011
TRETORRI Verlag / Nov. 2014
Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen
304 Seiten | zahlr. Farbfotos 
ISBN 978-3-944628-39-4
€ 69,90 (D) 

 

 

Webtipps & Quellen

 

© Cover: »Châ­teau Mouton Rothschild – Wein & Kunst« / TRETORRI Verlag

Vielen Dank an den TRETORRI Verlag für die Zusendung des kostenlosen Rezensionsexemplars. 

Mach es wie die Gebrüder Grimm: Erzähl es weiter.

3 Kommentare:

  1. Hallo ihr Lieben,

    meine Mama trinkt sehr gern Wein und ich brauche noch ein Geschenk zum Muttertag. Also hab ich kombiniert Zwinkern und mir überlegt, dass ich ihr eine Flasche etwas besseren Wein schenken möchte. Ergo, nichts von Aldi und Co.

    Da wir zudem nicht in der gleichen Stadt wohnen, habe ich gedacht, dass es wohl am Sinnvollsten wäre direkt online zu bestellen, damit ich nicht noch Stress mit Verpackung und Versand habe.

    Das Netz ist leider voll mit Shops und ich habe da null Durchblick. Habt ihr schon mal Wein im Internet bestellt und da irgendwelche Erfahrungen? Ich nehme gern auch Weintipps entgegen, denn da geht es ja dann weiter und als Weinkenner würde ich mich nicht gerade bezeichnen.
    Danke.

    • Hallo Anna,
      nun, wenn du Wein verschenken willst, musst du dich Folgendes fragen:

      1. Welchen Wein trinkt deine Mama gern? Weiß oder Rot? Wenn du das weißt, dann vielleicht auch
      2. Bevorzugt deine Mama ein bestimmtes Land oder eine Rebsorte?
      3. Wie viel Geld willst du ausgeben?
      4. Wenn du eine oder zwei Flaschen online kaufst, zahlst du Porto drauf. Das ist eher ungünstig. Besser wäre es dann in einen Weinladen zu gehen und dich dort beraten zu lassen.
      5. Weißt du 1. und 2. nichts: Fährt deine Mama gerne in den Urlaub, wenn ja wohin?

      Aber sinnvoll wäre 4. – Beratung vor Ort.
      Onlinekaufen macht nur dann Sinn, wenn du genau weißt, was du willst, und auch nur, wenn du mehrere Flaschen abnimmst.

      Beste Grüße, Nicole

  2. Pingback: Rezension: »Die 100 schnellsten Cocktails der Welt« von Franz Brandl / Bassermann Verlag – Nicole Rensmann

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