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Thomas Hofmann
schrieb für www.deutsche-sf.de
Keine SF in
diesem Band, so viel vorweg. Dennoch soll diese kleine Anthologie empfohlen
werden. Zu meiner Entlastung sei erwähnt, dass sich einige Autoren daran
beteiligten, die ansonsten auch in den phantastischen Gefilden beheimatet sind.
Irgendwie war so ein Buch ja fällig. Nun habe ich keine Ahnung, ob sich große
Verlage daran versuchten oder etwas Vergleichbares planen. Dem jungen und noch
kleinen Verlag ist es durchaus hoch anzurechnen, dass er ein Podium für sicherlich
viele Leute (Autoren und Leser) bot, um hier zu dieser wirklich bescheidenen
Angelegenheit etwas loszuwerden. Die Beiträge sind meist recht kurz und aus dem
Bauch heraus geschrieben. Sie weisen sowohl inhaltlich, als auch gestalterisch
große Unterschiede auf, es finden sich Gedichte, kurze Erzählungen, Statements,
Gedankensplitter und Meinungsäußerungen darunter. Die meisten Beteiligten haben
sich recht große Mühe gegeben - nun, das klingt ja seltsam, erwartet man dies
doch von Autoren, die Beiträge zu einer Anthologie beisteuern. Doch einige
Beiträge müssen da ausgeklammert werden, aber eher wenige: Hier wurde einfach
mal so seine Meinung kund getan, die den Rahmen üblicher Meinungsbildung kaum
überschreitet, von einer geistigen Verarbeitung kann nicht die Rede sein. Doch
betont sei, dies bildet die Ausnahme. An Namen vertreten sind ein paar bekannte
Leute aus der "Szene" (Nicole Rensmann, Nicole Bomann, Marcel Feige),
dann aber auch (mir) eher unbekannte - hier ist sehr positiv hervorzuheben,
dass die Leute kurz vorgestellt werden, meist mit Web-Adressen - aber auch
Elmar Gunsch und eine ganze Schulklasse. Nun, zuerst dachte ich, na ja, wird
sicher eine sehr politisch korrekte Angelegenheit und Betroffenheitsbekundung.
Aber Pustekuchen: Betroffenheit ja, wie auch sonst? Dann aber auch kritische
Stimmen zu den Ursachen für die Forcierung des Terrors; insgesamt ein sehr
ausgewogenes Bild. Die Texte sind kurz und lesen sich schnell, irgendwie hatte
mich dieses Thema am unmittelbarsten angesprochen, als ich das Päckerl mit den
Abendstern-Neuerscheinungen in Empfang nahm, und ich denke, das dürfte einigen
anderen Leuten auch so ergehen. Der Erlös hilft u.a. übrigens Kindern in
Afghanistan. Gut so!
Quelle:
http://www.deutsche-sf.de/sxe/sx151/15112.html
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Gedanken im Sturm. Ein vortrefflicher Titel für ein in
mehrerer Hinsicht besonderes Büchlein. Die erste Frage, vielleicht wichtigste
Frage, jedenfalls eine Richtungsweisung stellt sich also schon auf dem Titel:
Befinden sich die Gedanken im Sturm, in Aufruhr, oder sind es die Gedanken, die
dem Sturm trotzend standhaft bleiben? Der Inhalt des vorliegenden Bandes gibt
darauf keine deutliche Antwort, aber vielfältige Hinweise. Nur die Kerze, die
am Einband brennt, ist von jedem Sturm unbeeindruckt. Ob diese Flamme aber auch
im Innenteil brennen kann, das werden wir im Folgenden betrachten.
Nach dem 11. September 2001 fegte eine Welle an Versuchen, auch literarisch
diese Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes zu bewältigen, durch die
Literaturszenen. Der Versuch verlor sich schnell in Betroffenheitslyriken,
schnell geschustert nach den gleichen Rezepten. Persönliche Anteilnahme oder
Belehrendes. Aber alles eingeengt durch das Fehlen größerer Zusammenhänge in
den Betrachtungen.
Gedanken im
Sturm setzt sich davon mehr als nur wohltuend ab. Ein durchdachtes Konzept, auf
verschiedensten Möglichkeiten sich der Thematik anzunähern. Gedichte. Essays.
Einige Stücke an Kurzprosa. Alle verschieden und doch in sich ähnlich. Der Laie
und der Schreiberling Seite an Seite. Vernunft im Arm von Emotion. Eine
Verbundenheit von Menschen entgegengesetzt der Einzelbewältigung. Und in diesem
Facettenreichtum, gerade in dieser Detailliertheit mehr aussagend als irgend
anders möglich.
Es ist nicht
allein der 11. September, dem sich dieses Buch nähert. Es sind die Themen, die
sich in diesem Tag treffen. Die diesen Erschaffen und aus diesem Erwachsen.
Gedichte über Krieg und den \"islamischen Gott\". Prosa über passives
Zuschauen und die Schleierfahndung.
Gerade diese
Texte, die sich nicht dem Kern des 11. Septembers aktiv nähern, die einen
abgewandten Blick setzen Abseits der bloßen Katastrophe, nähern sich der
Thematik am besten. Einer Thematik, eines Tages, die/den man nicht in einen
Aufsatz, ein Problem, eine Lösung pressen kann. Es ist die Vielfältigkeit, die
diesen Band auszeichnet, symbolisch eben auch vielfältige Lösungen aufzeigt und
dabei ausreichend Platz für eigene Gedanken lässt, diese gerade durch die nicht
schnurgerade Argumentation provoziert. Gedankensplitter ohne Anspruch auf
Vollständigkeit gleich dem Versuch menschlichen Erfassens dieser Katastrophe,
die doch nicht erfasst werden kann.
Wer Lösungen
erwartet, wird scheitern. Wer Lösungen sucht, wird den Freiraum für seine
eigenen finden. Natürlich mag man all dies als Kritikpunkt ansehen. Dass eben
zu wenig Stellung bezogen wird. Aber Vielfalt bezieht eher Stellung als
Einfalt, Kritik wird somit schnell zum findbaren Lob. Natürlich kann man auch
anführen, dass der Kern, der 11. September mit seinen Abertausenden von Toten
zu kurz kommt. Andererseits sprechen die Bilder in unseren Köpfen jede Sprache
deutlicher als es weitere Literatur könnte. Die \"Sprachlosigkeit des
Geschauten\", wie es Dirk Becker in \"Leichentuch\" auszudrücken
vermag.
Und noch
etwas lernt der Leser und der Autor: die Reaktionen der abgedruckten
Schülermeinungen sind in ihrer schlichten Traurigkeit und Prägnanz viel eher
dazu in der Lage als Essay und Brief, diese Bilder in uns zu verworten.
Vielfältiger und Ehrlich. Emotional, nicht rational.
Das Buch
\"Gedanken im Sturm\" ist ein Anfang, ein richtiger Ansatz, der
meiner Meinung nach zur Vollendung aber auch den Leser fordert. Sei es durch
die aktive Mithilfe - Einnahmenteile gehen zugunsten \"terre des
hommes\" und hilfsbedürftigen Kindern in Afghanistan -- dort, wo es
genauso Opfer gibt wie in New York. Sei es durch aktives Denken, Meinungen
ablehnen oder annehmen. Dieses Buch ist ein erster Schritt, den ich gerne
gegangen bin. Hoffen wir, dass ich die weiteren aus diesem Buch heraus gehen
werde. Die Herausgeber und Mitwirkenden haben das Ihre getan, damit ich es
zumindest versuche.
Michael Langhans, gruppe-vier-w
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Liebe Nicole;
ich war schon
lange gespannt auf die Anthologie. Und muss jetzt sagen, dass ich die Gedankenvielfalt
hochinteressant finde. Es ist eine ungewöhnliche Zusammenstellung von Texten,
die in mehreren Fällen aus dem Rahmen fallen.
Von
Verklärung des 11. September ist kaum etwas zu spüren, und das ist gut so. Vor kurzem
kamen ja wieder viele Zivilisten nach dem Niederschlag einer
fehlgeleiteten Bombe der Amis in Afghanistan ums Leben.
Ein
Kaleidoskop von Stimmen, die manchmal wie im Gespräch zu sein scheinen. Ein
weiterer Eindruck, den die Anthologie auf mich macht. Gratulation für diese
gelungene Mischung unterschiedlichster Ansätze, hinter die Oberfläche der Spaß-
und Ellbogengesellschaft zu schauen.
literarische
Grüße,
Jürgen
Heimlich, per Mail, 05.07.2002
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Hallo Nicole,
ich möchte dir und den MitherausgeberInnen recht herzlich zum Erscheinen von
"Gedanken im Sturm" gratulieren.
Es war ein wirklich wunderbares
Gefühl, als meine Exemplare hier eintrafen.
Die ersten haben mich "als
Geschenke" für gute Freunde schon wieder verlassen.
Das Buch vermittelt eine
Solidargemeinschaft gegen das Destruktive und für das Konstruktive.
Die vielen Facetten wirken auf mich,
als würden sich alle Autoren die Hände reichen in ihrem Anliegen.
Ich möchte mich dafür bedanken, dass
meine Empfindungen Eingang in dieses Buch finden durften.
Ich fühle mich sehr geehrt.
Euch ist ein "Gutes Werk"
gelungen.
Mit ganz herzlichen Grüßen
Reinhard Lehmitz, per Mail, 15.06.2002