Phantastische Erkenntnisse

Gestern habe ich der Mayerschen Buchhandlung in Essen einen Besuch abgestattet. Als Buchliebhaber mag ich mehrstöckige Buchhandlungen und ich war überrascht zu sehen, dass es dort nicht nur eine sehr große Fantasyecke gab, sondern auch zahlreiche deutsche Autoren zu finden waren. Aber als ich in dieser Fantasyecke stand, fühlte ich mich erschlagen von genau dieser Fantasy und den farbenprächtigen Covern. Ich bin nicht die Erste, die behauptet der Markt wird mit Fantasy überschwemmt. Und obwohl mir dieser Punkt schon eine Weile bewusst war, unterstrich das gestrige Gefühl meine zaghafte, langsam heranreifende Meinung zu diesem Thema.
Komischerweise las ich gestern in Jasper Ffordes »Im Brunnen der Manuskripte« Folgendes:

»Im Bereich Fantasy gibt es sehr viele unveröffentlichte Romane, und in den meisten gibt es mythologisches Viehzeug. […] Ich habe Säckeweise davon (es geht um Einhörner) … Ich wünschte, die Autoren wären etwas verantwortungsbewusster.«

Also muss etwas Neues her?
Keine Einhörner (gut, dass ich noch nie eins verwendet habe), keine Drachen (upps), keine fremden Welten (hoppala). Oder all die typischen Fantasyelemente einmal so verpackt wie Jasper Fforde dazu in der Lage ist? Oder ein Walter Moers?

Oder ist der Markt nicht nur von Fantasy überschwemmt, sondern gesättigt von Literatur – egal welchem Genre diese zuzuordnen gehört? Ist es das, was es so schwer macht als Autor Fuß zu fassen und dauerhaft den Markt und die Leser zu bedienen?
Ich glaube ja. Es reicht längst nicht mehr aus, die Kunst des Schreibens zu beherrschen und somit einen verdammt guten Roman zu schreiben.
Diese Erkenntnis macht es nicht leichter, ändert aber auch nichts an der Tatsache, dass ich weiter machen werde. Irgendwann wird ein Roman nicht nur verdammt gut, sondern das Thema einzigartig, die Umsetzung genial, die Charakter umwerfend realistisch, die Nachfrage riesig sein … und ich mir einen Knöchel verstauchen, wenn ich die Leitern der Bestsellerlisten erstürme.

Jaja, lächelt ihr nur. Ich habe sie wenigstens noch: Ziele, Wünsche, Träume. … und ich arbeite daran: Zwischen den letzten beiden Einträgen habe ich an ROMANICUS geschrieben.

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