Von Kontaktfreuden

Marcel Feige beschwert sich in seinem Blog über eine E-Mail, dessen Absender nicht identifizierbar war und auch der Inhalt zu Wünschen übrig ließ. Damit meinte er keinesfalls SPAMS, sondern eine an ihn persönlich gerichtete Nachricht.
Ich kann seinen Ärger verstehen. So etwas häuft sich. Und wenn man sich darüber aufregt und um Einhaltung gewisser Regeln bittet, hat das längst nichts mit Arroganz zu tun.
Ich habe erst vor wenigen Tagen eine Antwort auf eine Anfrage erhalten. Die Firma war zwar in der Lage eine Grußformel zu schreiben, ein „Auf Wiedersehen“, „Mit besten Grüßen“ oder Ähnlichem fehlte jedoch, zu schweigen von dem Namen, so dass ich zunächst nicht wusste ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelte. Den Namen fand ich erst in dem anhängenden Weiterleitungstext der Kollegin und in der dortigen E-Mail-Addy: »Bitte kümmern Sie sich um die Anfrage des Kunden.«
Auch da kein »Hallo« oder »Danke und bis dann!«
Okay, wenn ich mir mit Jemandem zwanzig Mails am Tag hin und her schreibe, muss eine Grußformel nicht mehr sein. Iin jedem anderen Fall ist es doch wohl das Mindestmaß an Höflichkeit, das ich erwarten kann, oder?
Noch schlimmer, wenn ich – so geschehen – vom Finanzamt eine Nachricht erhalte, in der nicht nur die Grußformel fehlt, sondern es in fünf Zeilen nur so vor Rechtschreibfehlern wimmelt. Tippfehler können immer passieren, bei einer gewissen Häufigkeit fragt man sich jedoch, ob der Absender (dessen Name ich in diesem speziellen Fall nicht herausbekam) die Grundregeln der Deutschen Rechtschreibung beherrscht. Und ob in der Ausbildung nicht mehr darauf hingewiesen wird, dass auch eine kleine Freiberuflerin mit »Sehr geehrte oder Liebe …« angeschrieben werden sollte und eine Abschlussgrußformel mit Name und evtl. sogar Kontaktadresse das A und O einer geschäftlichen Verbindung bedeutet. Abgesehen davon, dass Grußformeln Freundlichkeit, Offenheit und Akzeptanz des Gegenübers vermitteln, sofern sie nicht lauten: »Na, du verdammter… « …»Verpiss dich, ey!«

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