Der 11. September

Vier Jahre ist der Anschlag auf das World Trade Center her. Vier Jahre in denen viele Menschen nach wie vor trauern und Angst verspüren. Vier Jahre in denen Amerika nichts gelernt zu haben scheint.
Amerika. Ein Land, das vorgibt, reich und mächtig zu sein und dessen Regierung häufig fragwürdige Entscheidungen trifft. Ein Land, dessen Einwohner nicht zur Ruhe kommen können. Opfer durch Attentate, Krieg und Naturkatastrophen.
Wenn ich die Nachrichten in den letzten Tagen verfolge, frage ich mich, wie ein, dem Anschein nach, so reiches und mächtiges Land nicht in der Lage ist, den Menschen zu helfen, die nun – bis auf ihr Leben – alles verloren haben. Wie dumm muss eine Regierung sein, die die Unterstützung eines anderen Landes ausschlägt und Hilfsgüter umgehen lässt? Wie arrogant muss ein Präsident sein, der solche Entscheidungen veranlasst.
Oder weiß er das alles gar nicht?
Werden Berichte und Bilder verfälscht, um die USA in ein dunkles Licht zu rücken?
Verlangen die Geschädigten zu viel? Sind unsere eigenen Erwartungen zu hoch gesteckt?

Ich habe auf all die Fragen keine Antworten. Ich weiß nur, dass die Vorstellung all mein Hab und Gut zu verlieren – auch wenn das nur rein materielle Gegenstände sind – in mir ein haltloses Gefühl auslöst.
Was ziehe ich an, wenn meine Kleidung über einen fremden Ozean fließt? Was soll ich lesen, wenn all meine Bücher aufgeschwemmt sind? Wo gehe ich hin, wenn mein Haus unter Wasser steht, verseucht ist und nie wieder bewohnbar sein wird?
Wir wissen alle, dass es heißen müsste: Wir leben noch! Unsere Familien leben noch (sofern dem so ist)! Aber die Verzweiflung wird auch mit diesem Gewissensschrei nicht so einfach verschwinden. Sie verfliegt auch nicht, wenn die Regierung hilfreich zur Seite steht. Aber vielleicht gibt eine finanzielle und tatkräftige Unterstützung ein bisschen Kraft, um aufzustehen, seine Kinder an die Hand zu nehmen und neu anzufangen.

Darum gilt die Kerze, die ich heute Abend entzünden werde, nicht allein den Opfern, sondern auch und im Speziellen den Helfern solcher Katastrophen!

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