Gelesen: Die 13 1/2 Leben des Käpt´n Blaubär

»Die 13 ½ Jahre des Käpt´n Blaubär« habe ich gestern beendet. Es hat etwas länger gedauert, aber das ist bei einem 702 Seiten starken Hardcover dieses Kalibers auch durchaus angebracht. Anders ließen sich die verrückten Ideen kaum verarbeiten und visuell vor dem inneren Auge durchspielen. Nachdem ich nun alle Romane von Walter Moers gelesen haben, traf ich alte Bekannte wieder: Hildegard von Mythenmetz natürlich. Oder Rumo, der Wolpertinger, aus dem gleichnamigen Roman, der sich zunächst als stiller Beobachter und dann als Retter erwies. Aber das geschieht beinahe am Ende des Buches. Vorher führt uns Walter Moers durch ein buntes Lügenlabyrinth, vorangehend der allseits beliebte Käptn´ Blaubär. Obwohl dieser Roman eher nicht für Kinder geeignet ist.

Ein sprühender Vulkan der Phantasie. Aus abgedroschenen Metaphern kreiert Moers neue Wortschöpfungen oder strickt gleich eine neue Geschichte daraus. Seine Bücher sind – mit den zahlreichen Zeichnungen, dem Lesebändchen, den farbigen Buchschnitten – ein kleines Kunstwerk für sich.
Entschuldigt diese Lobhymnen, aber mir will nichts Negatives einfallen. Selbst wenn die Geschichte mal langatmig wird, helfen die einfallsreichen Kreaturen: Draks, Gargyllen, Blutschinken, Beißwürmer, Greif, Sammlasams, Rikschadämonen und viele weitere eine handlungsarme Durststrecke zu überbrücken.
Und Fehler? Ich achte beim Lesen stets auf Fehler und entweder gehört Walter Moers zu den fast fehlerfreien Autoren oder das Lektorat leistet hervorragende Arbeit. Denn im Blaubär ist mir lediglich ein Tippfehler aufgefallen und bei zwei Sätzen war ich mir nicht ganz sicher, ob der Doppler gewünscht war oder übersehen wurde. Vielleicht nehme ich aber auch bei all der Phantasie Buchstabenverdreher oder ähnliche Fehler nicht wahr, die sich sonst so häufig in Bücher einschleichen.
Bei dieser Kreativität und dem genialen Ideenreichtum eines Walter Moers frage ich mich: Wie langweilig muss er andere Romane finden?

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