Wie angelt man sich einen Agenten?

Da ich sehr häufig gefragt werde, wie ich zu meinem Agenten kam, erzähle ich hier einmal diese kleine Anekdote.

Alles begann damit, dass mir Guido Latz eine Anfrage zukommen ließ.

In seinem Atlantis-Verlag erschien im Oktober 2003 nach vielen Irrwegen mein Roman »Anam Cara – Seelenfreund«, der sowohl für den Deutschen Science Fiction Preis, als auch in zwei Kategorien für den Deutschen Phantastik Preis 2004 nominiert wurde.

Aufgrund der guten Platzierungen – so vermute ich – wurde der Piper Verlag auf das Buch aufmerksam. Der Verlag wollte die Taschenbuchrechte prüfen und bat um ein Beleg des Buches, so lautete die oben erwähnte Anfrage.

Und das war der Moment, in dem ich zu mir sagte: »Wenn das klappen sollte, benötigst du einen Agenten.«

Da ich zu dem Zeitpunkt ab und an mit Andreas Eschbach in Kontakt stand (meist ging es um stilistische Diskussionen, Perspektivenfragen etc.) stellte ich mich bei seiner Agentur vor. Die Agentur Schlück prüfte das Buch, kam aber zu dem Schluss, Anam Cara nicht vertreten zu wollen.

Davon ließ ich mich nicht abschrecken und ich erinnerte mich an einen Eintrag in Kai Meyers Tagebuch, in dem er von seinem Agenten erzählte. Natürlich fand ich den Eintrag nicht und somit keinen Namen. Aber google wusste mir zu helfen.

Ich gab „Kai Meyer Agent“ ein und landete auf der Website der Agentur Meller.

Mit Herzklopfen schrieb ich eine Email an Herrn Meller, in der ich ihm die Situation erklärte. Er rief mich zehn Minuten später zurück und wir verabredeten einen Termin auf der Frankfurter Buchmesse 2004.

Ich war schrecklich nervös. Am gleichen Tag sollte ich Frau Wahren persönlich kennen lernen, hatte eine Lesung und einen kurzen Fernsehauftritt und auch sonst war der Samstag im Oktober 2004 mit wichtigen und aufregenden Terminen gespickt.

Ich überreichte Herrn Meller meine Pressemappe und ein Beleg von »Anam Cara – Seelenfreund«. Bei der Durchsicht der Mappe, meinte er, ich sei sehr fleißig und er könne sich eine Zusammenarbeit vorstellen. Wir verblieben, dass ich ihm auch die ersten Seiten von »Ciara« zusenden sollte und er sich dann bei mir melden würde.

Am nächsten Tag zuhause ordnete ich alles und überarbeitete das erste Kapitel, des sich damals noch in Arbeit befindenden Romans und bat Hannes Windisch, meinen persönlichen Lektor, den Text zu korrigieren. Ich schickte die Seiten per Post an die Agentur und wartete – so wie immer. Als dann ein Anruf kam, stand ich am Herd und konnte das Telefon nicht aufnehmen. Also rief ich zurück.

Herr Meller hielt »Anam Cara – Seelenfreund« für eine Fingerübung. »Ciara« gefiel ihm schon wesentlich besser und er würde mir einen Vertrag schicken. Bis dieser dann endlich eintraf verging noch eine ganze Weile. Irgendwann im Januar 2005 unterschrieb ich.

Die Taschenbuchrechte kaufte der Piper-Verlag letztendlich nicht, aber so kam ich zu einem Agenten.

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