Knoten im Gehirn

Ich bin nicht allein auf dieser Welt – nicht allein mit meinem „Von-Hand-Schreibproblem“. SandraF kann es auch nicht mehr (wie sie mir eben anvertraute und erlaubte dies hier ruhig zu erwähnen). Tippen geht fehlerfrei, natürlich passieren Tippfehler, aber diese sind kaum vergleichbar mit dem hier angesprochenen Problemchen. Denn was ich kaum noch kann ist mit der Hand schreiben. Immer und grundsätzlich verschreibe ich mich bei einer handschriftlichen Notiz, beim Ausfüllen oder Schreiben einer Karte. Wenn es irgendwie geht, wälze ich Glückwunschkarten, Albumeinträge oder ähnliches auf meinen Mann ab. Ich schreibe gerne den Text für ihn vor, aber ins Reine mit der Hand? Nee, haut nicht hin. Selbst Widmungen kritzle ich vorab auf ein Stück Papier und anschließend muss ich mich richtig konzentrieren, damit ich bloß keinen Fehler mache.

Was ist das? Ein Knoten im Gehirn? Bläschenbildung in den Windungen? Abstumpfungen an den “per Hand”-Stellen.

Werden andere Gehirnbereiche angesprochen, wenn ich von Hand schreibe oder meine Gedanken über die Tastatur los werde?

Vielleicht fallen die Schreibfehler per Hand auch nur eher auf, als beim Tippen, das bei mir ziemlich schnell vonstatten geht: 10 Fingersystem und relativ hohe Anschlagszahl: 55635487 Anschläge pro Minute – nein, war ein Scherz, keine Ahnung wie schnell ich tippe, ist auch unwichtig.

Beides erscheint mir möglich. Aber egal, ich werde meine Romane nicht mit Kuli auf Papier bringen, sondern weiter in den Rechner tippen – auch auf die Gefahr hin, dass mir dann schon mal ein Tipväller durch die Lappen geht.

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