Der Klimawandel

Keine Sorge, ich werde nicht darüber philosophieren, warum wieso weshalb. Wir gehen nicht besonders nett mit unserer Welt um, das wissen wir alle, nur wenige ändern aber konkret etwas daran. Und ganz klar: So leicht ist das auch gar nicht, wenn nicht alle mitziehen und keine exakten Grenzen gezogen werden. So bleibt einem nichts anderes übrig, als – wie üblich – vor seiner eigenen Tür und in den eigenen Wänden mit dem Umweltschutz zu beginnen. Ein Einzelner kann vielleicht nichts ausrichten, es schadet aber auch nicht, gibt einem das Gefühl nicht tatenlos gewesen zu sein.

Übrigens sollte nicht vergessen werden, dass es schon vor Jahrhunderten verseuchte Flüsse und schlechte Luft gab, die der Unwissenheit und der fehlenden Technik und Filteranlagen, sowie der nicht vorhandenen Kanalisationen etc. zuzuschreiben waren und Krankheiten wie Cholera oder Typhus verursachten. In den mit Fäkalien und Gärresten oder verschmutzen Abwässer der beginnenden Industrie verseuchten Flüsse gab es kaum Fischbestände.
Und Wetterextreme gab es schon vor Aufzeichnungen der ersten Temperaturen 1891.

Ich zitiere einmal aus einem Tagebuch, das ein Remscheider (NRW) von 1800 – 1865 geschrieben hat:

Auf 1822 den 13. Januar war ein außerordentlich starker Orcan, welcher Bäume entwurzelte und Schornsteine niederwarf.
Auf diesem Datum hatte man den Untergang der Welt prophezeit.

1825
Dieses Jahr zeichnet sich durch seine Trockenheit wieder aus, […] Mit Anfangs Novr. d.J. bekamen wir erst hinreichendes Wasser. Die Witterung blieb bis Weihnachten ohne Schnee und Frost, […]

1828 in 1829 ein sehr strenger kalter Winter war.

1832 den 13. August Nachmittags 3 Uhr war in Remscheid einen sehr starken – seit Menschengedenken hier noch nie erlebten – Sturm mit Hagelwetter. Das schwere Wetter kam von Westen über Solingen, war daselbst den Kirchturm herunter auf Reinshagen zu. Das Haus von […] wurde in kurzem Augenblick von dem Orcan zusammengestürzt. Dann zog sich der Sturm von Reinshagen über Güldenwerth, Stachelhausen, Bergderkamp auf Lennep und Hückeswagen, hauptsächlich her. Die stärksten Bäume wurden niedergeworfen, wo das schwere Wetter herzog, wurde in den Feldern und Gärten alle Früchte und Gewächse in 10 Minuten an genannten Orten total zerstört.

1834 den 1. August war ein außerordentlich starkes Blitzen welches von 9 Uhr Abends, bis Nachts 3 Uhr fortwährend ein furchtbar schönes Natur-Schauspiel war – Sturm und Hagel war nicht damit verbunden.

1836 den 29. November hatten wir einen orkanähnlichen Windsturm, wobei der neu aufgerichtete Kirchturm in Solingen zum 2ten Male herunter geworfen wurde.

1837 erlebten wir ein merkwürdiges kaltes Frühjahr – bis zum 28. März vor Ostern hatten wir bei Schnee starken Frost: vom 5. bis zum 8. April fiel bei kalten Nordost Winde ein so tiefer Schnee welche dem Schneefall vom 3. März 1829 gleich kam. 3 Tage war die Commucation unterbrochen.

1838 war ein sehr kaltes Frühjahr. Nicht bloß im Monat Mai sondern auch den 6. u. 9. Juni fiel noch Schnee.

1840 den 22 Mai fiel ein tüchtiger Schnee, welcher das Korn in den Feldern ganz darnieder drückte.

1846 zeichnete sich durch grosse Trockenheit aus und dauerte der Wassermangel bis in den Monat November.

Hier soll das Zitat enden. Die Ausdrucksweise habe ich 1: 1 übernommen.

Wenn im 19. Jahrhundert das Wetter ab und an verrückt spielte und mit Orkanen oder Tornados versuchte das Gleichgewicht des Klimas zurück zu gewinnen, dürfte dies auch in den Jahrhunderten zuvor der Fall gewesen sein.

Das Klima mag im Wandel sein, Extreme gab es jedoch schon immer.

Quelle:
Tagebuch des Carl Arnold Arns in Remscheid 1800 -1865 hrsg. Von Walter Lorenz

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