Ponciks Tag II

Irgendwann am Abend saßen fast alle Katzen im Wohnzimmer, sahen zur Tür, dann zu mir, wieder zur Tür, zu mir. So ging das eine Weile, bis ich mich erbarmte.

»Okay, okay«, meinte ich. »Ich sehe ja nach was los ist!«

Leise schlich ins Schlafzimmer. Und dann wusste ich, was mir die Katzen mitteilen wollten: »Sieh doch mal. Das geht doch nicht. Das darf die doch nicht. Sieh doch mal!«

Denn da lag sie. Poncik. In unserem Bett. Sie sah nun gar nicht mehr böse, sondern traurig aus. Dennoch: Ich durfte ihr nicht zu nahe kommen, denn als ich mich – einige Stunden später – ins Bett legte, vorsichtig, um sie nicht zu stören, fauchte und knurrte sie wieder und sprang runter.

Gegen zwei Uhr in der Nacht gab es ein – im wahrsten Sinne des Wortes – tierisches Getöse: Faucherei und Kreischrei. Wir sprangen aus dem Bett, die Treppe hoch. Doch der Streit war schon vorbei. Einige Haarbüschel lagen in der Wohnung verteilt herum. Poncik saß auf dem Tisch und fauchte. Der Rest der Katzenschar saß entweder auf dem Schrank oder lief etwas verstört durch die Gegend. Lediglich Stoker betrachtete die ältere Dame desinteressiert. Er wird es wohl auch gewesen sein, der ihr gesagt hat, wie sie sich zu verhalten.

Heute ist ein neuer Tag, eine neue Chance sich aneinander zugewöhnen.

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