Das »Was wäre, wenn … «-Syndrom

Autoren leiden besonders daran, Künstler im Allgemeinen. Aber auch Hypochonder, Wissenschaftler und viele andere leiden an dem »Was wäre wenn … «-Syndrom.

Wenn ein Schriftsteller die viel zu häufig verwendete und langweilige Frage gestellt bekommt:

»Wie kommen Sie eigentlich auf ihre Ideen?« antworten Autoren meist – ihrem Naturell entsprechend – fantasievoll.

So kauft Stephen King beispielsweise seine Ideen bei einem Laden um die Ecke.

Ideen klauben Autoren aus der Straßenrinne, von den Bäumen, aus der Luft. Sie entdecken ihre Geschichten auf dem Dachboden, im Hinterzimmer oder im Keller. Vielleicht ist es jemandem gelungen die Idee zu seinem Roman bei ebay zu ersteigern oder auf dem Trödelmarkt zu ergattern. Manchmal flattert sie einem vor die Füße oder wird von kleinen Männchen mit gelben Gummistiefeln ins Ohr geflüstert.

Nicht immer ist sie brillant, aber immer entsteht sie aus dem Nichts – die Idee.

Und sehr oft beginnt sie mit den verheißungsvollen drei Worten: »Was wäre, wenn …« 

Was wäre, wenn Hitler wieder auferstehen würde?

Was wäre, wenn der Klimawandel in nur wenigen Jahren die Welt in eine Wüste, eine Eislandschaft etc. verwandeln würde?

Was wäre, wenn Aliens die Erde besuchen würden?

Was wäre, wenn es keinen Strom mehr geben würde?

Was wäre, wenn der 3. Weltkrieg ausbrechen würde?

Was wäre, wenn das Auto dort am Ende der Straße plötzlich anfahren würde und ohne zu bremsen auf mich zugerast käme?

Was wäre, wenn der Papst ermordet worden wäre?

Was wäre, wenn der Arzt keine gute Nachricht für mich hat?

Was wäre, wenn die Welt von einem schwarzen Loch verschluckt werden würde?

Was wäre, wenn … 

Tausend weitere Fragen könnte ich hier aufführen.

Mit vielen »Was wäre wenn …« – Spekulationen haben sich Autoren, Wissenschaftler oder Filmemacher bereits beschäftigt. Oft auf vielfache Art und Weise.

Ohne das »Was wäre, wenn…« – Syndrom wäre unser Leben doch ziemlich langweilig und unkreativ. 

Aber was wäre eigentlich, wenn es das Wörtchen wenn nicht gäbe?

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