3 x Ikea in einer Woche …

… ist zwei Mal zu viel.

Das Schlimmste an einem dieser Tage, es muss der Dienstag gewesen sein, war das Schleppen aller Pakete in die Wohnung. Wir hatten eine halbe Stunde benötigt, um die 13 Pakete in den Wagen einzusortieren – es musste ja passen. Es dauerte dann eine Stunde, bis der Wagen leer und der Flur vollgestellt war. Besonders schwere Pakete packten wir einfach auf dem Parkplatz aus und trugen die Inhalte in Einzelteilen nach Hause. Irgendwann glaubte ich, dass meine Finger und Arme um einige Zentimeter länger und meine Füße noch platter geworden waren.

Heute sahen wir Ikea ein drittes Mal in dieser Woche. Es fehlten noch zwei kleinere Schränke. Und eigentlich wollte ich mir ja eine große Pflanze kaufen. Blumenerde gratis!

Die Erde gab es bergeweise. Ich hatte auf einen Sack gehofft, aber man konnte sich die Erde selbst zusammenschaufeln. Da ich aber keine Lust hatte, meine Taschen damit zu füllen und ich nur noch nach Hause wollte, verzichtete ich auf Blume und Erde. Dreimal IKEA ist eben doch zweimal zu viel.

Schon beim zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit ist klar, wo alles steht, es gibt nichts Neues zu sehen. Nur noch durch, Pakete aufladen. Bezahlen. Raus. Die Wartezeit bei der Abholung größerer Teil erwähne ich jetzt mal nicht. Nummern ziehen gibt es nicht mehr, das finde ich gar nicht verkehrt. Schneller geht es jetzt aber nicht. Im Gegenteil.

Heute war ich dann soweit, dass ich trotz des frühmorgendlichen Ansturms ein paar der Ikea-Besucher beobachtete. Vor mir stand ein junges Pärchen, das sich zusammen mit dem Papa des Mädchens zum Aussteuerkauf getroffen hatte. Ich sah das Mädchen zunächst nur von hinten und dachte so bei mir: »Sie muss eine lange Nacht gehabt, heute Morgen die Haarbürste nicht gefunden und Wasser schon seit ein paar Tagen nicht mehr an ihre Haare rangelassen haben. Von hinten waren ihre Haare das einzig ungepflegte. Die Klamotten schienen sauber und schick. Vielleicht sind verwuselte, fettige Haare auch modern? Keine Ahnung. Als sie dann ihr Gesicht zu mir wandte, kam ich zu dem Schluss, dass sie vielleicht noch gar nicht im Bett gewesen war. Sie war perfekt geschminkt. Viel Make up, Augen stark betont. Ihr Freund sah mit seinem lockigen, längeren Haar, ein wenig wie Mika aus. Ein cooler Typ, ein interessantes Pärchen.

Nur … sein Hosenstall stand auf. (Kann passieren, dürfte sogar jedem schon mal passiert sein. Peinlich ist es trotzdem.) Ich grinste in mich hinein und stellte mir gerade vor, mit welcher Hektik die zwei heute Morgen aus dem Bett gestiegen sein mussten. Nur zum Schminken war Zeit geblieben. Oder sie waren, aber … ich verweise hier an dieser Stelle auf das »Was wäre, wenn …« – Syndrom.

Noch während ich mit mir kämpfte, den jungen Mann auf sein Hosenproblem aufmerksam zu machen, ertönte der »Ikea-Eröffnungs-Gong« und das Pärchen samt offenem Reißverschluss und fettigem Haar verschwand zwischen den Möbelreihen. Und wenn sie sich da nicht verlaufen haben … :-)

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