Pleite? Nö.

Deutschland auf Platz 19 beim Eurovision Song Contest. In den Medien wird von Pleite gesprochen. Das stimmt, aber nicht für Roger Cicero. Vielmehr ist der Eurovision Song Contest eine der größten Kopfschüttelnummern der Musikgeschichte. Ich habe es mir angesehen. Ich rege mich doch so gerne auf. Allerdings muss ich zugeben, dass ich am Ende eingeschlafen bin und die Siegerehrung (zum Glück) nicht mitbekommen habe. Mir ist auch entfallen, welche Songs mir gefallen haben … war es Finnland? Möglicherweise. Aber ein Knaller war nicht dabei, außer die zukünftige Christopher-Street-Day-Hymne. Wie ging das noch? »Sieben, Eins, zwei«. So oder so ähnlich. Ich hätte darauf gewettet, dass sie gewinnen würden. War ja auch fast der Fall. Gut nur, dass die nicht aus Deutschland gekommen sind, dann wäre ein Platz auf den ersten Rängen sicherlich nicht dabei gewesen. Es geht ja nicht um die Präsentation. Obwohl …  verrückt muss sie sein. Und dazu ist es wichtig, dass viele Leute anrufen. Solidarität ist gefragt, eine große Einwohnerzahl und Geld, um überhaupt auftreten zu dürfen. Können ist zweitrangig. Aber vielleicht sind wir Deutschen nur zu konservativ. Könnte ja sein.

Aber mal ehrlich: Seit die Ostblockländer ihre Sänger, Sängerinnen und Gruppen ins Rennen schicken und seitdem keine Jury mehr über die Platzierungen entscheidet, sondern das Publikum, ist der ehemalige Grand Prix eine unseriöse Enttäuschung geworden. Nichts gegen die Ostblockländer. Aber sorry, Künstler aus den westlichen Länder haben keine Chance gegen die telefonwütigen Fans des Ostblocks. Also können Roger Cicero & Co zukünftig gleich zu Hause bleiben. Sie ersparen sich eine Menge Ärger, Baldriantabletten und Herzklopfen. Andererseits ist es eine Erfahrung, von der wiederum nur profitiert werden kann. Und was täte ich ohne solche Sendungen? Eben! Über was soll ich mich dann noch aufregen? ;-)

In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch, Roger Cicero! Es war gut!

 

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