Der Sonntag

So wie heute darf von mir aus das Wetter bis nächstes Jahr im Frühjahr sein. Ich weiß, das wird nichts, aber wünschen darf ich mir das trotzdem. An so einem sonnigen Herbsttag haben wir das gemacht, was ich schon als Kind immer geliebt habe: Wir waren im Wald Kastanien und Eicheln sammeln.

Danach haben wir »Der Herr der Diebe« auf DVD angesehen – sehr schöne Aufnahmen von Venedig, aber es fehlten viele Szenen aus dem gleichnamigen Roman von Cornelia Funke.

Und ab und an saß ich natürlich am Rechner. Ich suche nämlich ein Wort. Ein ganz bestimmtes Wort, einen Ausdruck. Bisher bin ich nicht fündig geworden oder weiß jemand von euch: Wie früher die Fensterladenfeststeller, Feststeller, Ladenhalter oder Ladenfeststeller genannt wurden?

Nicht? Ich habe es befürchtet.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass man vor hundert Jahren gesagt hat: “Schatzi, klapp doch mal den Fensterladenfeststeller runter!” oder “Alter, der Feststeller ist kaputt.”

Mein letzter Weg ist also das Archiv. Örgs, die Leute werden mich dort hassen. Vielleicht sollte ich einfach ins Stadtarchiv ziehen? Das würde Zeit, Wege und Telefonate ersparen. Seit ich für »Firnis« recherchiert habe, weiß ich, dass das Internet nicht die Quelle aller Quellen ist und ich träume von einem umfassenden Archiv im Zimmer neben an.

Nun gut. Ich horche morgen mal ein wenig herum, ansonsten erfinde ich eben einen Namen. Das macht gar nichts. Ist ja nur für »Mein Märchen«. Und in einem Märchen muss ja nicht immer die Wahrheit stehen – nicht wahr?! ;-)

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