»The Mysteries of Harris Burdick» oder zum Phänomen: Die Geschichten liegen auf der Straße

Letzte Aktualisierung: 28.04.2020

Als begeisterte Leserin von Stephen King und Chris van Allsburg musste ich »The Mysteries of Harris Burdick« in meinem Bücherregal haben. Ich liebe dieses Buch, in mehrfacher Hinsicht.

Doch was hat es mit diesem Buch auf sich. Welche Verbindung besteht zwischen Stephen King, Chris van Allsburg und Harris Burdick?

1984 – 14 mysteriöse Bilder eines mysteriösen Mannes

In seinem Vorwort berichtet Chris van Allsburg , dass er diese 14 mysteriösen Bilder bei Peter Wenders entdeckte. Er fragte den Verleger, der für einen Kinderbucherlag gearbeitet hatte, was es mit den Bildern auf sich hätte und von wem sie stammten.
Vor mehr als dreißig Jahren, sei ein Mann zu ihm gekommen, erzählte Peter Wenders, der ihm diese Bilder zeigte. Dieser Mann hieß Harris Burdick. Mr. Wenders war begeistert von den Bildern und fragte ihn, ob es Geschichten zu den Bildern gäbe. Mr. Burdick bejahte, er wolle die Geschichten am nächsten Tag vorbeibringen.
Doch Mr. Burdick kam nicht – weder am nächsten noch am übernächsten Tag. Harris Burdick blieb verschollen. Mr. Wenders hatte nun vierzehn Bilder, die er nicht verwenden und aber dreißig Jahre nicht vergessen konnte.
Chris van Allsburg bot sich an, die Bilder in seiner eigenen Art zu zeichnen, sodass die mysteriöse Geschichte um Harris Burdick an die Öffentlichkeit konnte. Geschichten schrieb auch er nicht dazu.

In dem Band »The Mysteries of Harris Burdick«, der 1984 erschien, befinden sich vierzehn mysteriöse, teils bedrohliche und surreale Bilder, nur mit einer Überschrift und einem einzigen Satz versehen, die jeden Autor dazu animieren, eigene Geschichten zu schreiben.

1993 – Stephen King und das Haus an der Maple Street

Richard Rubinstein schenkte seinem Freund Stephen King den oben beschriebenen Band. Seine Frau Tabitha King schlug der Familie vor, jeder solle eine Story nach einem Bild der Wahl schreiben.
Stephen King wählte das Bild »The House on the Maple Street« und schrieb 1993 die gleichnamige Story, die in seinem Kurzgeschichtenband »Nigthmares & Dreamscapes« erschien. In seinem Vorwort zur Story erzählte er von »The Mysteries of Harris Burdick« und wie es zu seiner Geschichte kam, die er mit freundlicher Genehmigung von Chris van Allsburg veröffentlichte.

2011: 14 Bilder – 14 Geschichten

2011 publizierte Houghton Mifflin Books die Anthologie »The Chronicles of Harris Burdick«, in der vierzehn Auor:Innen zu einem Bild ihrer Wahl eine Story geschrieben haben.

Neben Stephen King ist auch Tabitha King vertreten, außerdem Jon Sciezska, Sherman Alexie, Gregory Maguire, Cory Doctorow, Jules Feiffer, Linda Sue Park, Walter Dean Myeers, Lois Lowry, Kate DiCamillo, M.T. Anderson, Lous Sachar, Chris van Allsburg.
Das Vorwort stammt von Lemony Snicket.

Kreatives Schreiben & meine Story

2009 schrieb ich meine Geschichte »Halloween-Castle« zum Bild Another Place, Another – TimeIf there was an answer, he´d find it there, die in dem Sammelband »Regenbogenläufer – 15 Geschichten für Groß und Klein« veröffentlicht wurde.

Als ich 2008 den Bildband kaufte und hier im Blog vorstellte, schrieb ich an dieser Stelle, dass ich die Bilder in einem Schreibkurs mitnehmen würde, sollte ich jemals wieder einen führen.
2010 und 2011 war es dann soweit. Ich klemmte mir das Buch unter den Arm und stellte meinen kreativen und jungen Schreibwütigen die Bilder vor. Wir sprachen gemeinsam über die Zeichnungen, die Ideen, die Mysterien und jeder durfte, eine Geschichte zu einem Bild seiner Wahl schreiben.

Eine eigene Story wert

Was geschah mit Harris Burdick? Wer war dieser mysteriöse Mann, der vierzehn phantastische Bilder einem Verleger zeigte und seine Geschichten niemals abgeben konnte? Hatte er am Ende Angst? Wurde er ermordet? Starb in der Nacht? Oder verschwand Harris Burdick vielleicht sogar in einem seiner Bilder?
Eine weitere Story wert.

Beide Bücher sind nur gebraucht erhältlich.

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