In Memoriam: Unser Stoker

Stoker 2Die schwerste Entscheidung eines Tierhalters ist die, sein Tier gehen zu lassen, auch wenn er weiß, dass es das Beste ist. Der schwerste Gang ist der zum Tierarzt, wenn das Tier seine letzte Spritze bekommt.
Manche sagen: »Ihr habt doch noch genug Tiere.« Jedes davon ist etwas Besonderes, ein Individuum. Und wir sind jedes Mal sehr traurig, wenn eins davon aus unserem tierischen Trüppchen gerissen wird. Letztes Jahr hatte ich schon gesagt, dass wir uns 2009 von Stoker verabschieden werden müssen — es war nur ein Gefühl, mehr nicht. Stoker war schon zweimal schwer krank, doch er trotzte Gevatter Tod und sprang ihm von der Schubkarre. Diesmal reichte seine Kraft nicht mehr.
StokerStoker kam zu uns, als er 12 Wochen alt war, und so klein, dass er auf meinem Knie sitzen konnte. Er lebte exakt zwölf Jahre und eine Woche bei uns und war unser zweiter Kater. Nun folgt er seinem Kumpel Moritz ins Land hinter dem Regenbogen.
Stoker war der einzige graugestreifte Kater unter seinen Geschwistern und der frechste noch dazu, darum hatten wir uns damals, vor 12 Jahren, auch für ihn entschieden. Und bis heute habe ich keine tollpatschigere Katze kennengelernt. Als er noch klein war, haben wir das auf – ja, seine Tollpatschigkeit geschoben – doch als er älter wurde, änderte sich das nicht. Vor Stoker war nichts sicher, das nicht angenagelt war. Niemand konnte genervter und lauter rummeckern als er. Jeden Morgen weckte er uns mit seinem »Maumaumau«, das so viel hieß wie: »Ich habe Hunger, steht endlich auf, ihr Faulpelze.«
Er war geduldig und manchmal gleichgültig. Er liebte Kekse, die er auch schon mal aus der Packung klaute, wenn wir nicht aufpassten.
Stoker fluste. Wenn wir ihn streichelten, flogen seine Haare durch die Gegend, egal zu welcher Zeit und egal, ob wir ihn vorher gekämmt hatten. Anhänglich war er wie kein zweiter; manchmal so eStoker im Gartenxtrem, dass wir ihn auch schon mal abweisen mussten. Er lief über die Tastatur oder hockte sich vor den Bildschirm, um Aufmerksamkeit zu erlangen – meist mit Erfolg. Und er liebte es, im Garten in der Sonne zu liegen.
Wir werden dich so vermissen, Stoki! Sehr!

In Memoriam

Stoker

geboren 31.01.1997     gestorben 21.04.2009

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