Gelesen: »frisch, bunt & regional – So liebe ich Gemüse« von Konrad Geiger

© Cover: »frisch, bunt & regional - So liebe ich Gemüse« von Konrad Geiger / Bassermann Verlag

© Cover: »frisch, bunt & regional – So liebe ich Gemüse« von Konrad Geiger / Bassermann Verlag

Frisches Gemüse, regionale Qualität – das klingt nach meinem Gusto.

Konrad Geiger widmet das Kochbuch seiner Frau. Das finde ich süß. Und bei dieser persönlichen Einleitung bleibt es nicht. Er berichtet über seine Familie und lässt den Leser an Kindheitserinnerungen wie z.B. der Rübenernte teilhaben.
Konrad Geiger ist 1969 geboren und in Los Angeles aufgewachsen. Und wir erfahren auch warum: Schuld daran sind Jerry Lewis und Marlene Dietrich. Und natürlich seine Eltern – sein Vater stammt aus München, seine Mutter ist eine Schwäbin. Seine Kindheit verbrachte er auf dem Bauernhof und lernte die Liebe zu Bio – Gemüse wie Fleisch – schon früh. All das klingt nach einer interessanten Mischung, auch kulinarisch. Und so wurde Kochen zu seiner Leidenschaft. Mit 14 wünschte er sich zum Geburtstag einen Wok. Dabei blieb es nicht. Er absolvierte eine Ausbildung als Koch und kochte u.a. auf dem Kreuzfahrtschiff MS Europa. Neben seiner Arbeit als Bio-Spitzenkoch entwickelte er z.B. die Bio-Feinschmeckergewürze von Herbaria. Und betreibt zudem einen eigenen Shop, in dem auch Bio-Fleisch online bestellt werden kann. Heute lebt und arbeitet Konrad Geiger in Bad Aiblingen.

Zum Buch

144 Seiten. Zu jedem Rezept ein Foto, abgesehen von den Gemüsebrühen, und dazu interessante Informationen rund um gesundes Essen.

Konrad Geiger erzählt jedoch nicht, dass frisches Gemüse beim Bauern oder auf dem Wochenmarkt gekauft werden soll, das setzt er voraus. Find ich gut.
Zudem wirft er Brixzahlen auf den Küchentisch, die es erst einmal zu entziffern gilt. Brix misst den Reifegrad des Gemüses. Nur die richtige Brixzahl eines Gemüses sorgt für perfekten Genuss, sagt er. Das mag stimmen. Ist mir aber zu wissenschaftlich. Zumal ich nicht jedes Gemüse oder Obst vor dem Kauf  für eine Brix-Messung testen kann. Ich muss mich also auf meine Nase und meine Augen verlassen – und natürlich auf den Bauern oder Marktbeschicker meines Vertrauens.
Aber auch wie frisches Gemüse aussehen sollte, erklärt Konrad Geiger. Außerdem gibt er Tipps zu verschiedenen Handhabungen und Besonderheiten, die für das gesunde Kochen wichtig und interessant sind. Z.B.: Gemüse waschen, Zwiebeln anschwitzen, Vegetarisch kochen, Zucker und Salze.

Gemüsebrühe2Manche wird es freuen: Für die Zubereitung des Ghees (S. 130) empfiehlt Konrad Geiger den Thermomix – die Deluxe Küchenmaschine von Vorwerk. Ich habe keinen Thermomix – ich möchte auch keinen.

Auch positiv: Es befinden sich mehrere Register im Buch. Alphabetisch sortiert nach Rezept, nach Kapiteln, nach den verwendeten Brühen und – sehr schön – nach Gemüse.
Doch es gibt nicht nur Gemüse im Buch. 15 Rezepte bieten Ideen für Fleisch oder Fisch. Das darf auch so sein.

Was meine ich zum Buch?

Sein Motto: Von viel kommt viel.
Ich lebe ja eher nach dem Prinzip: Weniger ist mehr.
Und darum habe ich auch mein Problem mit dem Buch. Die Rezepte sind großartig und vielschichtig. Ich wünschte Restaurants würden sich hiervon einiges für die vegetarische Küche annehmen. Doch für mich im normalen Alltag sind die Rezepte zu umfangreich und zu opulent.
So habe ich mich auch nur an die Gemüsebrühe gewagt. Diese konnte ich jedoch nicht exakt nachkochen, denn zurzeit gibt es leider keine Petersilienwurzeln, die in Konrad Geigers Heimische Gemüsebrühe (S. 129) jedoch gehört. Musste also ohne gehen.

Auch ich liebe Gemüse, aber nicht so. Mir ist vieles zu viel. Zu viel Gewürze, zu exotische Zutaten, zu viel von zu vielem. Das liegt sicherlich auch daran, dass ich nicht nur auf regionale Zutaten achte, sondern auch auf meinen Geldbeutel. Beim Lesen der Rezepte rattert es in meinem Hinterkopf – dort befindet sich, neben Phantasiemühlen und Denkmaschinen auch eine Rechenmaschine. Und komme ich bei einem Rezept auf einen Betrag an Zutaten, der mir aktuell oder grundsätzlich unangemessen erscheint, dann fühle ich mich nicht wohl dabei, dieses auszuprobieren. Auch Gemüse und Obst nach Brixzahlen auszusuchen klingt zwar interessant – ich habe etwas gelernt – aber umsetzen kann ich das in meinem Alltag leider nicht.

Ich glaube, Konrad Geiger ist ein Mensch, der sehr viel kann und noch mehr weiß. Doch das Buch wird dem nur ansatzweise gerecht und wirkt darum nicht ausgereift.

Fazit: Interessante Ansätze und Rezepte für ein großartiges Diner. Doch so richtig will mich dieses Buch nicht überzeugen.

 

Konrad Geiger
»frisch, bunt & regional – So liebe ich Gemüse«
Verlag: Bassermann Inspiration
Gebundenes Buch, Pappband, 144 Seiten
durchgehend Farbfotos
ISBN 978-3-572-08169-1
17,99 €

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Webtipps:

© Cover: Bassermann Verlag

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