Gewebewelten – Verloren im Gedankenlabyrinth, 1. Kapitel

Gewebewelten_CoverGewebewelten – Verloren im Gedankenlabyrinth

Roman von Nicole Rensmann

Für Ben.

Klappentext

Ein Internat in Dänemark. Fünf Jugendliche müssen gemeinsam eine Strafarbeit bewerkstelligen. Dabei entdecken Sie einen alten handgeknüpften Teppich. Kurz darauf verschwindet eins der Mädchen und alle anderen zeigen mit einem Mal ihr wahres Ich. Das Licht geht aus. Sekunden nur. Die fünf Jugendlichen erwartet das gefährlichste Abenteuer ihres Lebens, bei dem sie feststellen, dass Gedanken eine grausame Waffe sein können und der Tod keine Kompromisse eingeht.

1. Kapitel

Jana öffnete die Augen und starrte in die Dunkelheit. Sie lauschte, doch außer ihrem Atem vernahm sie kein weiteres Geräusch. Für wenige Sekunden hielt sie die Luft an. Stille. Schwärze. Der Geschmack von Blut brachte ihre Erinnerungen zurück. Lisa hatte ihr einen Kinnhaken verpasst – die blöde Kuh – , dabei musste Jana sich auf die Zunge gebissen und anschließend ohnmächtig geworden sein.

»Hört mit dem Mist auf, das ist nicht witzig!« Ihre Stimme klang ängstlicher als sie es beabsichtigt hatte, ihre Zunge schmerzte bei jedem Wort. Jana hoffte auf ein Raunen, ein Kichern. Beides blieb aus. Sie hatten das Licht ausgeschaltet und Jana im Keller allein zurück gelassen. Oder sie versteckten sich im Dunkeln, hielten sich die Münder zu und unterdrückten einen Lachanfall. Kinderkram! Vorsichtig betastete sie ihr schmerzendes Kinn. »Danke, Lisa«, flüsterte sie.

Jana wollte zum Lichtschalter und stand langsam auf. Der Boden schwankte, ihr wurde übel. Sie suchte Halt, doch da war nichts. Natürlich nicht, sie befand sich mitten im Archivkeller, den sie zusammen mit den vier nervigsten Typen aus ihrer Klasse streichen musste. Eine Strafarbeit, die ihr bessere Kopfnoten verschaffen und Ärger mit den Eltern ersparen sollte.

Sie tastete sich voran, fand jedoch weder Wände noch Regale. Angst schlich ihr die Beine hoch. Jana unterdrückte den Drang zu schreien. Im Geiste hörte sie das Gelächter, das sie zur Begrüßung empfangen würde, sobald sie panisch aus dem Raum stürzte. Vielleicht hockten sie auch vor der Tür und warteten nur darauf, dass sie um Hilfe schrie. Doch diese Freude wollte Jana ihnen nicht bieten.

Lisa war eine hinterhältige Zicke. Nur sie konnte auf die Idee gekommen sein, Jana im Keller einzusperren. Nicht ohne die Hilfe von Timo, dem arroganten Schulsprecher, den Lisa vergötterte. Er ging mir ihr. Oder sie mit ihm – keine eindeutige Liebeskonstellation. Und Tobias hatten sie vermutlich mit Schokolade bestochen, damit er sie nicht verpfiff. Für Süßkram würde der von einer Brücke springen. Aber Jana hätte nie erwartet, dass René bei solchen Spielchen mitmachen würde. Jana tastete sich in der Dunkelheit voran, fühlte nichts, außer Angst und Schmerz.

Sie musste hier raus!

→ Fortsetzung.

© Nicole Rensmann 2015

In unregelmäßigen Abständen werde ich den aktuell 300 Seiten starken, noch nicht veröffentlichten Fantasy-Roman »Gewebewelten« an dieser Stelle kapitelweise veröffentlichen. Wenn dir gefällt, was du liest, freue ich mich über dein positives Feedback und /oder eine Spende. Doch auch Kritik ist erlaubt. Bitte verwende die Kommentarfunktion. Danke. Und viel Spaß beim Lesen.



 

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