Rezension: »Das vegane Kochbuch meiner Oma« von Kirsten M. Mulach

Cover: »Das vegane Kochbuch meiner Oma« von Kirsten M. Mulach / Bassermann

Cover: »Das vegane Kochbuch meiner Oma« von Kirsten M. Mulach / Bassermann

»Na bitte, endlich sagt es mal jemand laut«, dachte ich, als ich »Das vegane Kochbuch meiner Oma« entdeckte, in dem Kirsten M. Mulach von den Kochkünsten ihrer Oma berichtet.

Ich bin Jahrgang 1970. Die Großeltern meiner Generation haben den 2. Weltkrieg miterlebt. Meine Eltern sind in dieser Zeit geboren.
Veganes Essen war damals – situationsbedingt – selbstverständlich. Obwohl niemand wusste, was vegan bedeutete und auch keiner einem Trend nachging. Gekocht wurde mit den Lebensmitteln, die dank der Lebensmittelkarten erhältlich waren. Oft wurden Lebensmittel getauscht, manchmal vom Feld geklaut.
Fleisch gab es nur selten. Butter? Eine rare Köstlichkeit. Süßigkeiten? Nach denen sehnten sich Groß und Klein. Ich erinnere mich an die Geschichte meiner Oma, von selbstgemachten Karamellbonbons, und wie oft sie sich verbrannten, weil sie die Zeit des Abkühlens nicht abwarten wollten.

Nicht mehr vegan, aber auch lecker: Rhabarberkompott mit Jogurt und Haferflocken-Crunch

Nicht mehr vegan, aber auch lecker: Rhabarberkompott mit Jogurt und Haferflocken-Crunch

Kirsten M. Mulach erinnerte sich auch, als sie das Kochbuch ihrer Oma entdeckte. Sie selbst ernährt sich vegan, hat aber mit dieser Ernährungsweise einige Kilos zugenommen. Warum? Sie hat zu häufig auf vegane Fertigspeisen zurückgegriffen und sich nicht ausreichend gesund ernährt.
Diese Selbsterkenntnis macht sie sympathisch. Denn gesunde Ernährung bedeutet mehr als vegan zu leben.
Sie hat ihre Ernährung umgestellt, auch mithilfe der Rezepte ihrer Oma.

Zum Buch

Beinahe 120 Rezepte auf 112 Seiten verteilt, die im Inhaltsverzeichnis (hinten) gut zu finden sind. Sortiert sind die Rezepte nach Frühstück, Mittagstisch, Kaffeetafel und Abendessen. Kirsten M. Mulach stellt sich in einem persönlichen Vorwort vor und hält diese Offenheit das gesamte Buch durch. Eigene Erlebnisse mit der Oma oder Erinnerungen aus der vergangenen Zeit leiten viele der Rezepte ein. Das gefällt mir gut.

Nicht alle Gerichten präsentierten sich auf passenden Fotos, einige der Bilder sehen arrangiert aus.
Die Rezepte sind simpel, mit wenigen Zutaten zuzubereiten. Hausmannskost von Oma – so soll das sein. Obwohl nicht eins der Gerichte mich an meine eigene Oma erinnerte.

Der Schritt "Pürieren" fehlt im Buch. Macht aber Sinn.

Der Schritt “Pürieren” fehlt im Buch.

Die Gerichte werden allesamt mit Pflanzenbutter zubereitet, die ich durch Olivenöl oder ein anderes hochwertiges Pflanzenöl austauschen würde. Wer nicht vegan lebt, nimmt eben Butter.

Was habe ich daraus gekocht?

Ich nahm mir zunächst die Erbsensuppe (S. 61) vor. Nach der Beschreibung hätte meine Erbsensuppe eine dicke Konsistenz gehabt – Erbsen und geraspelte Möhren. Darum habe ich den Pürierstab hineingehalten und alles noch einmal durch ein Sieb gestrichen. Macht aber alles nichts. Geschmacklich war die Erbsensuppe super.
Zum Dessert gab es Rhabarberkompott mit karamellisierten Haferflocken (S. 64/65). Mein Rhabarber ist aber etwas verkocht … fünf Minuten zu lange auf dem Herd und es war passiert. Mit Jogurt (nicht vegan) und dem Haferflocken-Crunch trotzdem sehr lecker. Tolle und schnelle Idee.

Erst pürieren und dann durch ein Sieb streichen - so wird Suppe draus. Lecker!

Erst pürieren und dann durch ein Sieb streichen – so wird Suppe draus. Lecker!

Fazit

»Das vegane Kochbuch meiner Oma« bietet einfache Küche, mit frischen Zutaten, für jeden Tag. Meist verwendetes Gewürz: Nostalgie.
Kirsten M. Mulachs Oma wäre  stolz auf ihre Enkeltochter gewesen.

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Kirsten M. Mulach
»Das vegane Kochbuch meiner Oma«
Hardcover, 112 Seiten
Bassermann Inspiration, 10 / 2015
ISBN 978-3572081943
16,99 €

Auch als eBook für 13,99 € erhältlich.

 

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© Cover: Bassermann Verlag

Vielen Dank an den Bassermann Verlag.

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