Rezension: »Alles in Butter« von Horst Lichter

Cover: »Alles in Butter« von Horst Lichter

Cover: »Alles in Butter« von Horst Lichter

Der Horst. Der wirkt nett und lustig. Natürlich kenne ich ihn nicht persönlich, aber immer, wenn ich Horst Lichter – meist zufällig – im TV sehe, amüsiere ich mich köstlich. Längst war es mal Zeit für ein Kochbuch, in dem Hotte seine Rezepte an die Allgemeinheit weitergibt. Parallel zu »Alles in Butter« habe ich mir noch zwei weitere Lichter-Bücher besorgt, u.a. »Und plötzlich guckst du bis zum lieben Gott«. Bei der Vorbereitung zu dieser Rezension habe ich parallel gelesen und recherchiert, und am Ende beschlossen, seine Vita in der Rezension zum o.g. Buch aufzuarbeiten. Hier soll nur Folgendes kurz erwähnt werden:

Horst Lichter wurde am 15. Januar 1962 in Nettersheim (Eifel) geboren, er hat zwei Kinder aus seiner ersten Ehe und ist seit 2009 mit Nada – seiner ehemaligen Kellnerin – verheiratet.

Bei Horst Lichter war längst nicht »Alles in Butter«, doch seine Lebensfreude hat er sich bewahrt. Und die, findet sich in diesem Buch wieder.

Zum Buch

173 Seiten im Hardcover, jedes Rezept mit einem Bild versehen, dazu zahlreiche Hotte-Fotos. Das zweiseitige Vorwort liest sich flott, wie nicht anders zu erwarten. Die Rezeptanleitungen sind gut – nicht zu lang und nicht zu kurz. Erwähnenswert: Die Anekdoten, die Horst Lichter zu jedem Rezept zu erzählen weiß.
Die Rezepte sind in sieben Kapiteln unterteilt, von Typisch Lichter bis Der süße Horst. Kapitel Acht erklärt das wichtigste Zubehör und endet mit Küchenkauderwelsch.
Nach Stichworten und zusätzlich nach Rezepten ist das Register am Endes des Buches aufgebaut. Sehr schön übersichtlich.

Jedes Rezept erinnert an Kindheit: Himmel und Erde, Reibekuchen, Pfannkuchen mit Banane, Kartoffelpüree oder Gedeckter Apfelkuchen – klassische Rezepte mit frischen Zutaten, dazu eine große Portion Lichter-Persönlichkeit. So muss dat sein!
Doch dann stellte sich heraus, bei mir war gar nicht »Alles in Butter«.

Was habe ich daraus gekocht?

Fischstäbchen mit Curry-Ingwer-Remoulade

Fischstäbchen mit Curry-Ingwer-Remoulade

Kartoffelpuffer (oder auch Reibekuchen) mit Apfelmus (S. 14/15) gibt es bei uns gern. Als ich das Rezept las, dachte ich “Kannst du auch mal wieder machen.” Gedacht, gemacht, aber noch Muskat hineingerieben. Denn Kartoffeln und Muskat … ich könnte jetzt sagen: Das schmeckt delikat… klingt aber blöd. Okay. Also: Ich möchte auch nur betonen, dass ich mich nicht ans Rezept gehalten habe. Ein Foto habe ich auch nicht geknipst und auch von früheren Reibekuchen-Brat-Aktionen keins finden können.
Nun. Dann eben nicht. Meine Mutter hat in Reibekuchen oft Mettwurst eingebacken. Das gibt es für die Fleischesser hier im Haus auch manchmal. Diesmal musste die Salami weg, die ich kleingeschnitten unter einen Teil des Kartoffelteigs gemischt habe.
Ich persönlich habe mir ein Stück Camembert auf den Reibekuchen gelegt, darunter Schwarzbrot, dazu selbstgemachtes Apfelmus … lecker!

Danach folgten Fischstäbchen mit Curry-Ingwer-Remoulade (S. 70/71). Letztere wurde bei mir zwar nicht so fest, schmeckte aber trotzdem sehr gut.
Achja, und das Cordon blue aus Hähnchenbrustfilet (S. 64/65) gab es für die Herren im Haus auch noch. Natürlich nicht am selben Tag.

Brownie mit 3-Stunden-Eis und Baisergeschrabsel

Brownie mit 3-Stunden-Eis und Baisergeschrabsel

Bei diesen herzhaften Rezepten habe ich mich – abgesehen von der Remoulade – lediglich inspirieren lassen und nicht 1 : 1 nachgekocht.
Bei den “süßen” Sachen bin ich exakt nach Rezept vorgegangen. Das war keine gute Idee, wie sich rausstellen sollte.

Die Schoko-Brownies (S. 114/115) sehen im Buch super aus, das Foto passt auch zum Rezepttitel, das Rezept jedoch nicht. Diese Brownies sollen in einer Muffinform gebacken und mit Eischnee verziert werden. Und irgendwie holperte es im Satz. Wie auch immer: Ich habe die Brownieform verwendet. Anstatt 25 Minuten brauchte der dünne Teig 1 Stunde, bis er durchgebacken war. Und das auch erst, nachdem ich das Baiser wieder abgekratzt hatte. Aufgegangen ist der Teig auch nicht und überhaupt … das hat so gar nicht funktioniert. :-(
Daraus werden jetzt Kuchenbrösel, perfekt für das nächste Schichtdessert. Das Baiser habe ich im Ofen trocknen lassen, sodass ich die Baiserkrümel noch als Deko verwenden kann. Okay, nichts war verloren, aber auch nichts so, wie ich es gewohnt war.  Und ich wollte doch KUCHEN! Was war denn los?

Zweiter Versuch - geht doch!

Zweiter Versuch – geht doch!

Den schnellen Butterstuten ( S. 110/111) habe ich mal schnell gebacken. Sowas geht ja immer zwischendurch, dachte ich, doch der ging nicht hoch, und viel schlimmer, der blieb auch so nach dem Backvorgang: Ein einziger knätschiger Brotknatsch. Und ich war ein bisschen knatschig. Mein zweiter Versuch – zwei Tage später – war jedoch erfolgreich: Die  Zutaten waren die exakt die gleichen, nur die Zubereitung war meine. Vielleicht braucht Teig in meiner Küche meine Gewohnheitszubereitung. Ich will das jetzt mal so annehmen.

Dann also das Amaretto-Eis (S. 114). Hier erschien mir die Zeitangabe etwas knapp. Laut Rezept sollte die Creme für 2-3 Stunden ins Gefrierfach. Keine Ahnung, ob Horst Lichters Gefriertruhe turbofriert, bei meiner braucht Eis seine 12 Stunden, mit wiederholender Be”Rührung” mithilfe eines Stabmixers. Diesen brauchte diesmal nicht, denn das Eis kristallisierte nicht. Großartig. Doch nach 2-3 Stunden war die Creme nicht in einen eisartigen Zustand erstarrt. Nein, sie musste 24 Stunden frieren. Dann aber war dieses Amaretto-Eis eine sausüßleckere Köstlichkeit!

Amaretto-Eis - Zustand nach 24 Stunden. Süß, cremig und lecker!

Amaretto-Eis – Zustand nach 24 Stunden. Süß, cremig und lecker!

So viele Zettel stecken in dem Buch, doch die ersten Rezepte wollten nicht funktionieren. Anwenderfehler? Das will ich nicht abstreiten. Doch Brownies, Eis und Brot bereite ich oft zu – selten kommt es zu solchen Ausfällen. Vielleicht hatte ich nur einen schlechten Tag oder in den Rezepten hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen, der nicht immer eindeutig identifizierbar  war, wie bei den Brownies. Ich weiß es nicht.

Fazit

Ein Buch, das nach Heimat duftet und sich, dank Horst Lichter, lustig und interessant lesen lässt. Die Rezepte sind bodenständig, es fehlt jedoch manchmal  das i-Tüpfelchen.

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Horst Lichter
Alles in Butter
Goldmann Verlag, September 2009
Gebundenes Buch, Pappband
ISBN 978-3-442-39172-1
€ 19,95

Auch als ebook erhältlich.

 

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