Rezension: »Wein-Visionäre« von De Villiers / Ernst / Proust / Bresselschmidt / Delius Klasing Verlag

© Cover: »Wein-Visionäre« / Delius Klasing Verlag

© Cover: »Wein-Visionäre« / Delius Klasing Verlag

Normalerweise verderben viele “Köche” den Brei, anders ist das, wenn jeder Koch seine Aufgabe kennt, sind dann auch noch Profis am Werk, kann daraus Großartiges entstehen.
Nun handelt »Wein-Visionäre« nicht allein vom Kochen, vielmehr ist es ein allumfassendes, kreativ-mediales Genuss-Werk, erschaffen von Menschen, die nicht nur Meister ihrer jeweiligen Fähigkeiten sind – sie haben Herzblut investiert. Und das ist diesem Buch bereits nach den ersten Seiten anzumerken. Leider gibt es dennoch ein paar kleine Stolpersteine.

Wer steckt dahinter?

Gerard de Villiers  – Bauingenieur und Mitinitiator dieses Projekts, liebt guten Wein und baut Weinkeller. Seine Arbeit – heißt es – zieht sich wie ein roter Faden durch »Wein-Visionäre«.
Thomas Ernst – Fotograf, Recherche, Autor und Mitinitator, liebt guten Wein und Südafrika
Alain Proust – Der Profifotograf. Diesen Namen kennt fast jeder.
Harald Bresselschmidt – Spitzenkoch mit eigenem Restaurant in Südafrika, das Aubergine
Delius Klasing Verlag der Verlag, der dieses Projekt realisiert hat

Zum Buch

Auf 176 Seiten zeigt sich ein – um bei der Weinsprache zu bleiben – ausgewogenes Bild. Fotos und Texte sind gut aufeinander abgestimmt. Ein Bildband der gehobenen Klasse.
Das Inhaltsverzeichnis zu Beginn des Buches ist nach Weingütern sortiert. Hier hätte ich mir eine zusätzliche Auflistung der Rezepte und Weine gewünscht.
Der Schwerpunkt der »Wein-Visionäre« liegt bei eben diesen, den Weinguts-Besitzern, den Anwesen, dem Wein – und dem Wie und Warum. Die knappen Beschreibungen dienen der Vorstellung von Weingut & Mensch und gewähren einen minimalen Einblick in ihr Leben, ihren Besitz und oftmals Reichtümer. Denn bei den Weingütern floss nicht nur Wein, sondern auch viel Geld, um Gärten, Keller und Räume auszubauen. Kunst, Gemälde, Skulpturen sind keine Seltenheit. Anwesen, Restaurants und Weinkeller werden fotografisch in gleißendes Licht gesetzt.
Insgesamt werden fünfzehn Weingüter in Südafrika vorgestellt, darunter die Babylonstoren Farm, Fable Wines oder Kleine Zalze. Allesamt Namen, die nur der Kenner südafrikanischer Weine oder Südafrikas im Allgemeinen kennen dürfte. Die Texte – in Deutsch und Englisch – lesen sich interessant. Manche Sätze waren arg verschachtelt und die Beschreibungen klangen stellenweise zu werbend und blumig.

Wer von den Bildern und den Weingütern nicht genug bekommen kann, der braucht ein Smartphone mit funktionaler QR-Code-App. Denn auf den Seiten zu jedem Weingut kann ein QR Code gescannt werden, dieser führt zu youtube-Videos, die weitere Fotos zeigen. Eine sehr schöne Idee.

Nochmal in Kurzform

Die Darstellung der einzelnen Weingüter wiederholt sich im ähnlichen Schema: Winzer. Das Anwesen. Das Weingut und die Besonderheiten. Die Menschen. Die Weine. Rezept zum Wein.

Fotos: Top! Fokussiert und das Produkt – Wein, Anwesen, Essen – perfekt in Szene gesetzt
Texte: Kurz, knapp, aussagekräftig und dazu auf Deutsch und Englisch.
Rezepte: Jeweils zweiseitig, passend zu einem Wein des jeweiligen Weingutes ausgewählt und häufig mit landestypischen Fleischsorten zubereitet, wie Yellowtale, Straußenfilet oder Gnu.

Fazit

Ein Buch für alle, die Südafrika, Weine und die Kulinarik mögen, für die eigene Büchersammlung oder zum Verschenken. Stellenweise ein bisschen zu viel was Stil, Kunst und Schönheit betrifft. Dennoch ein Kleinod voller Respekt und Herzblut.

P.S. Großartig wäre es, wenn zukünftig kulinarische Bücher im Besonderen – und Weinbücher im Speziellen – eine Kostprobe mitliefern würden. Nur mal so als Anregung. ;-)

 

De Villiers / Ernst / Proust / Bresselschmidt
»Wein-Visionäre«
Menschen und ihre Weingüter in Südafrika
deutsch/englisch, Format 30 x 24 cm, gebunden mit Schutzumschlag
Delius Klasing Verlag „Edition Delius“
160 Seiten, 179 Farbfotos, 3 Abbildungen, 1 Übersichtskarte, zweisprachig
ISBN 978-3-7688-3379-0
€ 39,90

Webtipps zum Buch

 

BUITENVERWACHTING Cabernet-Merlot 2013

BUITENVERWACHTING Cabernet-Merlot 2013

Im Glas

Und auch diesmal trinke ich ein Glas Wein, während ich der Buchbesprechung den letzten Schliff verpasse. Passend zum Thema handelt es sich um einen Rotwein aus Südafrika. Der BUITENVERWACHTING Cabernet-Merlot 2013 stammt vom Weingut der Familie Maak in Constantia. Rebsorten: Cabernet-Sauvignon und Merlot.
Ein kräftiger Rotwein, riecht nach Marzipan und schmeckt auch leicht danach. Rund, samtig, gut, aber nicht außergewöhnlich.

Der Wein kostet 10,50 € und ist online bei Jacques-Weindepot erhältlich. Besser noch, du gehst einmal persönlich vorbei und kaufst deinen Wein – vor Ort, im Weinladen. Auch in Remscheid. Vielleicht triffst du mich dann sogar da. Wer weiß.
Genieß den Abend, den Tag, den Moment.

 

© Buchcover: Delius Klasing Verlag
Vielen Dank an den Delius Klasing Verlag!

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