Rezension: »Die Lust am Kochen« von Horst Lichter / GU-Verlag

Cover: »Die Lust am Kochen« von Horst Lichter / GU-Verlag

Cover: »Die Lust am Kochen« von Horst Lichter / GU-Verlag

In »Alles in Butter« (2009) klangen Vorwort und Geschichten von Horst Lichter wie der Titel seines Buches – Alles in Butter.
Doch obwohl Horst Lichter erklärt wie er »Die Lust am Kochen« zurück erhalten hat, klingt sein neuestes Kochbuch melancholisch. Stellenweise scheint er sich für seine Art zu kochen, zu leben erklären zu müssen. Vor mir in jedem Fall nicht.
Ich begleite ihn gerne auf seinem Weg über den Wochenmarkt – kaufe ich doch selbst mindestens einmal die Woche dort ein.

Zum Buch

192 Seiten voll mit Hausmannskost – und das meine ich nicht negativ. Dazu erzählt Horst Lichter seine Verbindung zur Natur, zum Kochen, zum Wochenmarkt, zur Kartoffel, zum Ei oder auch zu Fleisch. Ich fühle mich angesprochen, in beinahe allen Fällen.
Viele Rezepte sind vegetarisch oder lassen sich, durch Austausch simpler Zutaten, “vegetarisieren”. Gemüsebrühe statt Hühnerbrühe, Speck, Wurst & Co. können oftmals weggelassen werden. Anders ist das natürlich bei Sauerbraten oder Frikadellen. Toll sind die Rezepte aus Resten – Chips aus Kartoffelschalen oder Gemüsebrühe aus Gemüse”abfällen”. Zu beinahe allen Rezepten finden sich Fotos ohne eine Überdosis Photoshop. Schön.

Blumenkohl in Tomaten-Paprika-Sauce - so geht es auch.

Blumenkohl in Tomaten-Paprika-Sauce – so geht es auch.

Am Ende erzählt Horst Lichter von der Lust auf ein Mohrenkopfbrötchen. Nachvollziehbar!

Was habe ich daraus gekocht?

Blumenkohl-Lauch-Gratin in Paprikarahm (s. 64 / 65) klang lecker, leider fehlte mir der Lauch und das mit dem Überbacken musste aufgrund einer allgemeinen Hitzewelle vom Essensplan gestrichen werden. Doch als Inspiration passte das Rezept perfekt, und so gab es Blumenkohl in Tomaten-Paprikasauce. Sehr lecker.

Horst Lichter liebt Kartoffeln. Ich auch. Nur Kartoffelsalat – das will bei mir nicht so richtig funktionieren. Ich probiere es immer wieder. Auch diesmal. Ich wählte den Kartoffelsalat badische Art (S. 40 / 41).  Okay. Aber besser geht es bestimmt. Liegt aber in diesem Fall an mir. Oder an der Wahl der falschen Kartoffel. Möglicherweise.

Bratkartoffeln - in der Mache

Bratkartoffeln – in der Mache

Danach wählte ich die Perfekten Bratkartoffeln (S. 46/47). Klar, Bratkartoffeln habe ich nicht zum ersten Mal gebraten, doch die Bratkartoffeln nach diesem Rezept waren sensationell. Ob es am Kümmel lag, der ins Kochwasser kam oder daran, dass die Kartoffeln zum Schluss noch einmal in Butter glasiert wurden – ich weiß es nicht. Aber so mache ich Bratkartoffeln jetzt immer.

Zum Schluss wird es süß – natürlich. Eierlikörkuchen (S. 108 / 109). Im Buch gibt es nur ein Kuchenrezept, eine Wahl hatte ich also nicht. Und was soll ich sagen. Superlecker. Fluffig und fein. Besonders die Ganache – aus Eierlikör, Sahne und Schokolade – finde ich klasse.

Der Eierlikör-Gugelhupf - so lecker!

Der Eierlikör-Gugelhupf – so lecker!

Fazit

Klassische und regionale Kost ohne teure Zutaten. Rezepte für jeden Tag, geeignet für Anfänger und alle, die auf frische Küche ohne 3-Sterne setzen. Dazu tolle Ideen zur Resteverwertung und Geschichten von Lichter. Ich mag es!

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Horst Lichter
»Die Lust am Kochen«
Hardcover, 192 Seiten
GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 3. Auflage, 29. September 2015
ISBN 978-3833845406
19,99 €

 

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© Cover: »Die Lust am Kochen« von Horst Lichter / GU-Verlag
Vielen Dank an den GU-Verlag!

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