Resteverwertung, gebacken: Cake-Pops

Cake Pops - dank einem missglückten Kuchen

Cake Pops – dank einem missglückten Kuchen

Der Rotwein-Schoko-Kuchen gelang diesmal nicht. Ich testete eine andere Backform aus und änderte hier und da die Zusammensetzung und – selbst Schuld – der Kuchen wurde zu trocken.
Wegwerfen? Nein, all die leckeren Zutaten hatten noch eine Chance verdient, auch wenn sie in dieser Verwendung nicht optimal zusammengesetzt worden waren.
Schicht-Dessert jeden Tag? Zum Frühstück, zum Mittag und zum Abendessen? Am Ende würde meine Familie die zerbröselten Kuchenstücke an die Hunde verfüttern – unter dem Tisch. Und ich mit.

Eine andere Verwertung musste her: Cake-Pops.
Cake-Pops hatte ich schon einmal versucht, nach irgendeinem Rezept aus irgendeinem Kochbuch – ich weiß es nicht mehr. Aber dass die Pops zum Flop wurden, das weiß ich noch.
Diesmal nahm ich mir einige Bücher aus dem Regal, studierte alle Cake-Pops-Rezepte und wusste, was ich in jedem Fall ändern musste. Die runden Bälle mussten vor der Weiterverarbeitung ins Kühlfach. Klingt logisch.

Aber der Reihe nach.

Kuchen aus Rührteig zerbröseln

Kuchen aus Rührteig zerbröseln

Kuchen zerbröseln.
In manchen Rezepten steht, der Rand sollte abgeschnitten werden, das habe ich nicht gemacht. Schließlich wollte ich Reste verwerten und keine neuen produzieren.
Zerbröseln heißt zerbröseln, und das mit großer Freude, auch den Rand.

Damit der Teig geschmeidig wird, gehört eine Creme hinein.

Mengen? Resteverwertung braucht ein bisschen Bauchgefühl und Experimentierlust.
Zimmerwarme Butter schaumig rühren – so um die 50 g -, Schmierkäse unterrühren – ungefähr drei Mal so viel. Dann Puderzucker hineinsieben – weniger ist mehr. Zum Schluss habe ich mein Irish-Coffee-Gelee eingerührt. Saulecker. Leider zu wenig. Also noch eine Portion.

Die Teigkugeln

Nun müssen die Hände in den Teig (Handschuhe sind nicht verkehrt.). Vorher Backpapier auf ein Blech oder ein Tablett legen, das in die Gefriertruhe passt. Meine Gefriertruhe ist keine Truhe, sondern nur ein Fach, darum habe ich die Browniebackform und die Madeleinsbackformen verwendet. Alle gleichzeitig passten allerdings auch nicht rein. Naja, macht ja nichts. Dann eben eins nach dem anderen, allerdings mit Belag:
Die Creme mit dem Teig gut vermischen, daraus kleine Bälle formen und diese auf das vorbereitete Backpapier legen. Nun in die Kühltruhe.
Dreißig Minuten bis zu einer Stunde reichen.

Überzug und Verzierung

Dunkle Kuvertüre mit einem kleinen Stückchen Kokosfett in einer Schmelzschale über dem Wasserbett erhitzen. Die flüssige Schokolade sollte sich abgekühlt haben, bevor die Teigkugeln in die Schokolade getaucht werden. Bis es soweit ist, können die Stiele und die Ständer vorbereitet werden.

Die Stiele - teils mit, teils ohne Kopf

Die Stiele – teils mit, teils ohne Kopf

“Halterung” vorbereiten

Im Handel finden sich verschiedene spezielle Cake-Pops-Ständer. Ich hab keinen, ich wusste ja auch nicht, dass es heute Cake-Pops geben würde. Als Alternative dachte ich an einen Eierkarton, den gab es nicht, aber andere Kartons. Mein Mann bohrte Löcher hinein, sodass die vorbereiteten Stiele ihre Logen-Plätze einnehmen und trocknen konnten.

Die Stiele

Bei meinem ersten Cake Pop-Versuch, der – wie erwähnt – missglückte, verwendete ich dünne Holzstäbchen, wie in vielen Rezepten als Alternative angegeben. Doch damit funktioniert das “Aufspießen” nicht. Es sollten schon Cake-Pops-Stiele sein, die sind stabiler und dicker. Die hatte ich zufällig da – ein Gratis-Bonus einer Bestellung.
Je nach Größe der Teigkugel den Stiel ca. 0,5 cm in geschmolzene Schokolade tauchen. Trocknen lassen.

Nicht schick, aber funktionell: Karton mit Löchern als Cake-Pop-Ständer.

Nicht schick, aber funktionell: Karton mit Löchern als Cake-Pop-Ständer.

Verzierung

Schoko-Teig-Lolli reicht schon. Doch die Schoko-Cake-Pops können noch dekoriert werden. Ich habe bunten Streusel und Schokostreusel verwendet, außerdem zerbröselte Amarettinis und gehackte, geröstete Haselnüsse – das hatte ich alles zuhause.
Kleine Schüsselchen sind perfekt – die jeweilige Knusper-Knabber-Verzierung in eine Schüssel geben und den Cake-Pop hineintauchen, vorsichtig drehen, manchmal mit einem kleinen Löffel nachhelfen und den stellenweise noch nackten Cake-Pop mit Streuseln oder Nüssen schmücken.
Die Cake-Pops zum Trocknen zurück in die Halterungen stellen, allerdings nicht so lange, denn je nach Größe, werden die Cake-Pop-Köpfe schwer und nicken zu heftig nach unten. Kopfüber in einer Dose im Kühlschrank aufbewahrt halten sie sich ein paar Tage … vielleicht. :-)

Resteverwertung-Cake-Pops geglückt!

Sehr lecker, sehr mächtig!

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