Wo Geschichten ihren Einband erhalten

Fertig ist der eigene Buchdeckel!

Fertig ist der eigene Buchdeckel!

Obwohl eine Buchbinderei meine Geschichten zu einem gebundenen Erlebnis machen, habe ich mir noch nie eine Buchbinderei von innen angesehen. Aber an diesem Wochenende hatte ich die Möglichkeit dazu.

Die Buchbinderei Zimmer mit Sitz in Horrem (bei Kerpen) ludt am Tag der offenen Tür ein, das eigene Buch zu binden. Und das meinten die ernst: Kurze Anleitung, dann mussten wir selbst gestalten.

Aber der Reihe nach.

 

Deine eigene Buchmappe

  1. Zuerst suchten wir uns den Umschlag, also quasi das Cover aus, anschließend einen farblich passenden Rücken aus einem anderen Material.
  2. Nun musste das Umschlagspapier mit einer übergroßen Papierschneidemaschine geteilt werden.
  3. Nächster Schritt: Leim mithilfe einer Leimmaschine auf den Rücken aufbringen. Ich übergab mein Papierpäckchen an meinen Mann. Denn ich wusste: Leim und ich, das endet in Chaos und Körperverletzung. Er klebte mir also einen länglichen Streifen auf den Innenbereich des späteren Buchrückens.
  4. Anhand dieser Linie wurden die Buchdeckel (neutrale Pappe) aufgeklebt. Durch die  – ich nenne sie mal – Quetschmaschine, die alles noch einmal feste andrückt, damit hinterher auch nichts abgeht.
  5. Nun beschriften:
    Hier bei Schritt 6

    Hier bei Schritt 6

    Dafür gab es eine Maschine, in die wir die zusammengeklebten Hälften hineinlegten. In den angeschlossenen Computer haben wir den Namen getippt… ich nicht. Bei mir war es mal wieder Niemand. Dann eine der F-Tasten drücken. Und die Maschine summte los.

  6. Zurück zum Leim: Umschläge leimen, aufkleben, Ecke abschneiden, zurechtfalten – Quetschmaschine.
    Noch drei Schritte.
  7. Vorsatzpapier – leimen, aufkleben – Quetschmaschine.
  8. Löcher stanzen – mithilfe der Stanzmaschine
  9. Gummibänder einziehen.
  10. Fertig!

Von Eindrücken und Erkenntnissen

In der Halle wehte ein kreativer Wind. Viele Besucher klebten und strichen und stanzten. Schon beim ersten Schnitt war mir klar: Ich bleibe dabei, Bücher mit Geschichten zu füllen. Für das Einbinden sind andere zuständig.
Einmal den Mitarbeitern an den einzelnen Maschinen über die Schulter schauen und  erfahren, was daran gemacht wird und worauf geachtet werden muss, wäre für mich ausreichend gewesen.
Besonders interessierte mich die Ecke mit den antiquarischen Büchern. Denn die Buchbinderei bindet nicht nur Neues, sondern macht Altes auch wieder schick.

Vielen Dank für diesen kleinen Einblick in einen kreativen und handwerklichen Beruf, der auch meinen Geschichten bunte Einbände verpasst.

Webtipp

Buchbinderei Zimmer

 

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