Von alten Büchern und alten Bräuchen: »Engel Gabriels Lehrzeit« von M. Friedrichsen

»Engel Gabriels Lehrzeit« von M. Friedrichsen

»Engel Gabriels Lehrzeit« von M. Friedrichsen

Das schmale Büchlein sieht nicht mehr so hübsch aus, aber es ist auch 100 Jahre alt. 
Ein weihnachtliches Märchen von M. Friedrichsen, mit Illustrationen von Georg Hinke, in einer hohen Auflage im Jugend-Verlag GmbH (Charlottenburg) erschienen.

Die Schrift. 

Die Geschichte ist in Sütterlin geschrieben. Diese Schrift ist auch unter “Deutsche Schrift” bekannt. Der Grafiker Ludwig Sütterlin hat die Schrift ins Leben gebracht. Anfang des 20. Jahrhunderts bis Mitte des 2. Weltkrieges wurde die Schrift verwendet. Doch auch danach starb die Schrift nicht aus. In den fünfziger Jahren lehrten die Schulen Sütterlin. Und ich hatte eine sehr ehrgeizige Grundschullehrerin, die einen Sütterlin-Kurs gab, der mir Sütterlin lehrte. Lesen kann ich diese Schrift nach wie vor, nur schreiben geht nicht mehr. Wobei … meine Handschrift ist gern unleserlich. Zukünftig sage ich: Das ist Sütterlin. Da beschwert sich dann niemand mehr. ;-)

Autor & Illustrator

In verschiedenen Quellen entdeckte ich, dass M. Friedrichsen das Pseudonym von Mathilde Katzenstein ist. Möglicherweise ist der eine oder der andere Nachname auch ihr Geburtsname. Leider konnte ich keine persönlichen Daten über Mathilde Katzenstein finden. 

Die Autorin hat Anfang des 20. Jahrhunderts Märchen geschrieben, die im Jugend Verlag GmbH veröffentlicht wurden. Hier eine kleine Auswahl an Werken, die mir bei der Recherche begegnet sind: 

  • »Engel Gabriels Lehrzeit« (1917)
  • »Josefs Erlebnisse« (1925)
  • »Die böse Waldfrau«
  • »Die Lumpensuse« (1920)
  • »Waldmärchen Band 1 und 2« (je 3 Geschichten mit je 3 Grafiken von Georg Hinke, 1922), u.a. »Freund Rabe«, »Der Geigenfrieder« 
  • »Die Gabe des Eremiten«

(steht im hinteren Teil von »Engel Gabriels Lehrzeit«)

“In M. Friedrichsen begrüßen wir ein Erzähltalent ersten Ranges und hat sich die Verfasserin mit ihren schönen, die Poesie des deutschen Waldes verherrlichenden Märchen längst Anerkennung und Wertschätzung bei groß und klein in vollstem Maße errungen.”

Ins Buch geschaut

Petrus hat die Aufgabe, sich um Sterne, Mond und die Menschen zu kümmern. Alleine schafft er diese Arbeit natürlich nicht. Seine Engel unterstützen ihn dabei.

Die Lichtengel zünden die Sterne an und hängen den Mond auf (manchmal etwas schief).
Die besten Engel schickt Petrus auf die Erde, um den Menschen Trost, Hoffnung, Geduld, Zuversicht und Kraft zu spenden. Alle Sendboten sind gut geschult und Willens den Menschen zu helfen. 
Der kleine Gabriel hat jedoch eine sehr schwere Aufgabe – er soll den Dank der Menschen einsammeln. Das ist ihm bisher nie gelungen. Doch wenn es ihm weiterhin nicht gelingt, kann er seine Lehrzeit nicht abschließen. Hilfe möchte er dabei nicht annehmen. 
Er trifft einen Geizhals, der ihn zum Teufel schickt. Und da wir in einem Märchen sind, begibt sich Gabriel geradewegs zum Teufel. Doch der hat nichts Gutes mit dem kleinen Engel vor. 

Wie die Geschichte ausgeht wird nicht verraten. 

Die Grafiken von Georg Hinke ergänzen den lieblichen Text. 

Fazit

Ein Märchen über die Menschheit – mehr als 100 Jahre alt und in der Aktualität kaum zu überbieten. Der Schwerpunkt liegt aber auf Gabriel, der seinen Mut zusammen nimmt, um sein Ziel zu erreichen.

Links & Quellen

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