Gelesen: »Ein gutes Omen« von Neil Gaiman / Terry Pratchett / Rogner & Bernhardt Zweitausendeins

[Werbung – unbezahlt, Buch aus eigenem Bestand]

© Cover: »Ein gutes Omen« von Neil Gaiman  / Terry Pratchett / Rogner & Bernhardt
© Cover: »Ein gutes Omen« von Neil Gaiman  / Terry Pratchett / Rogner & Bernhardt

Kurz bevor die gleichnamige Serie »Ein gutes Omen« von Neil Gaiman und Terry Pratchett auf Prime anlief, kaufte ich mir das Buch. Ich schaffte es nicht komplett zu lesen, bevor ich dann – in einem Rutsch – die Serie sah. Ich habe mich köstlich amüsiert! Doch sechs Folgen waren zu kurz. Ich hätte gerne mehr von dem Dämon Crowley und dem Engel Erziraphael gesehen. Eine zweite Staffel ist nicht geplant, denn die Geschichte ist erzählt. Wirklich?
Was sagt der Roman, der in Deutschland erstmals 1991 erschien?

Ins Buch geschaut

Die Erstausgabe ist ein schickes Hardcover mit rosafarbenem Lesebändchen, farbigem Vorsatzpapier in dunkelbraun und oben mit grünem Schnitt.
423 Seiten, keine Grafiken. Diese Ausgabe war nur bei Zweitausendeins im Versand bzw. in den Zweitausendeins-Läden erhältlich, und kann aktuell nur noch im Antiquariat erworben werden.
An der Herausgabe des Buches in Deutschland haben bekannte Namen der Literaturbranche mitgewirkt:
Der Übersetzer ist der heutige bekannte Schriftsteller Andreas Brandhorst. In der Redaktion saßen Florian F. Marzin und die legendäre Friedel Wahren.
Da hüpft mein literarisches Herz ein bisschen höher.

Nach dem Vorwort, das hier die Einleitung zur Geschichte mit dem Titel “Am Anfang …” ist, folgt eine Vorstellung der beteiligten Charaktere – natürlich mit eine guten Portion Humor.
Lustig sind auch die Fußnoten im Buch.

Die Handlung

Dämon Crowley und Engel Erziraphael sind aus unterschiedlichen Gründen auf der Erde, haben aber beide die Vorzüge der Menschen kennengelernt und schätzen das weltliche Leben. Erziraphael liebt Bücher, er führt ein Antiquariat. Crowley mag Musik (Queen) und liebt sein Auto. Sie kennen sich schon ewig und sind beste Freunde.
Als Crowley den Auftrag bekommt, der Menschheit den Sohn des Höllenfürsten unterzuschieben, ist er sich seiner Aufgabe bewusst, macht aber trotzdem einen entscheidenden Fehler. Das fällt ihm jedoch erst Jahre später auf. Gemeinsam mit Erziraphael versucht er die Panne zu beheben, dabei fahren sie die Hexe Anathema an, die mit dem Fahrrad unterwegs war. Doch Crowley und Erziraphael verfügen natürlich über Magie, reparieren Rad und Hexe, und bringen die leicht verstörte Frau mit dem Wagen nach Hause.
Anathema ist die Nachfahrin der Hexe Agnes Spinner, die eine wesentliche Rolle in der Handlung spielt. Agnes Spinner hat die gesamte Geschichte vorausgesagt und diese Prophezeiung in einem Buch aufgeschrieben. Dieses antiquarische Werk hat Anathema nach ihrem kleinen Zusammenstoß im Wagen von Erziraphael liegen gelassen.

Nun müssen Dämon und Engel nicht nur den zukünftigen Höllenfürst suchen, bekehren (oder das Böse verstärken, je nach Aufgabe), sondern auch noch das Buch zurückgeben.
Das wäre alles machbar, wenn da nicht die Höllenkollegen, die Himmelsbewohner, der Hexensucher-Feldwebel und die vier Apokalypsen wären, die sich in diesem speziellen Fall einmischen. Denn der Weltuntergang naht.

Neil Gaiman und Terry Pratchett haben ihre Phantasie, ihr Können, ihren Witz und Charme in die Story gebracht. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, manche davon lesen sich etwas zäh. Am Ende finden alle zusammen. Die Protagonisten sind herrlich, die Nebencharaktere interessant bis zweideutig, die Geschichte abgedreht.

Und ja, es stimmt, »Ein gutes Omen« ist erzählt. Die TV-Serie hält sich eng an der Vorlage. Hier und da fehlen ein paar Kleinigkeiten, aber im Groben ist die Roman-Verfilmung als sechsteilige Serie gut umgesetzt.

Paar oder nicht – das ist doch völlig egal

Eine Frage möchte ich noch beantworten, die nach Ausstrahlung der Serie im Netz herumgeisterte: Sind Crowley oder Erziraphael ein Paar?
Mit keinem Wort wird im Buch (und in der Serie) erwähnt, welche sexuelle Neigung die beiden ausleben. Ist das wichtig?
Dennoch ergänzend dazu, ein Satz, den mir kürzlich jemand sagte: “Beste Freunde kann man so lieben wie einen Partner!”

Fazit

»Ein gutes Omen« ist herrlich skurril und witzig und beweist, dass echte Freundschaft auch zwischen Hölle und Himmel stattfinden kann.
Buch lesen! Serie ansehen!

© Cover: »Ein gutes Omen« von Neil Gaiman  / Terry Pratchett / Rogner & Bernhardt

Neil Gaiman / Terry Pratchett
»Ein gutes Omen«
Originaltitel: Good Omens
Übersetzung: Andreas Brandhorst
Rogner & Bernhard bei Zweitausendeins, 1991
ISBN 978-3807702476

Diese Ausgabe ist vergriffen. Den Roman gibt es jedoch in zahlreichen anderen Ausgaben, z.B. beim Piper Verlag.

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Webtipps

© Cover: »Ein gutes Omen« von Neil Gaiman / Terry Pratchett / Rogner & Bernhardt

Das Buch ist aus meinem eigenen Bestand.

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