Erfahrungsbericht: Ein Leben ohne Milchprodukte aber nicht vegan?!

Verschiedene autoimmune und chronische Krankheiten plus Wechseljahre sorgen in meinem System dafür, dass ich einen dauerhaft hohen Entzündungswert habe und zahlreiche Lebensmittel nicht vertrage wie Weizenmehl, aber auch histaminhaltige Lebensmittel und – seit neuestem – Milchprodukte. Darum fehlen mir einige Nährstoffe, die ich mit Nahrungsergänzungsmitteln ergänze.

Histaminhaltige Lebensmittel oder solche, die Histamin freisetzen können, gibt es reichlich und viele davon sind gesund, wie Sauerkraut, Avocado, Tomaten, Erdbeeren, Himbeeren, Kimchi, Erbsen, Bohnen. Milchprodukte erklären sich von selbst. Bisher habe ich versucht auf Quark, fettarmen Joghurt und wenig, aber hellen Käse zu setzen. Doch das hat irgendwann nicht mehr funktioniert und ich beschloss eine Auslassdiät nach Doc Fleck.
Ich hoffte, meine Migräneattacken zu minimieren. Vorab: Das gelang nicht, es verschwanden jedoch Symptome, die ich (und Ärzte) anderen Krankheiten zugeordnet hatte.

Viele meine körperlichen Beschwerden werden überdeckt von meiner chronischen Migräne. Diese zu Minimieren ist mein größtes Ziel, denn die schmerzfreien Tagen sind nur wenige im Monat und oftmals muss ich mich dann von der Attacke erholen.
Seit Jahren arbeite ich an meiner Lebensqualität, lese Bücher zum Thema, höre Podcasts, recherchiere und probiere alles aus von A wie Akupunktur bis Z wie Zuckerreduzierung.

Denn ich backe gern. Und hierbei lässt sich Zucker durch braunen Zucker, Kokosblütenzucker, Rohrohrzucker oder Ahornsirup tauschen und deutlich reduzieren. Das funktioniert gut, nur komplett verzichten bisher noch nicht.
Xylit, Sorbitol oder andere Zuckeraustauschstoffe, die für die Darmgesundheit wenig hilfreich sind, verwende ich nie.
Ich esse keine industriell hergestellten Süßigkeiten, keine Chips, keine Schokolade – schon seit fast zehn Jahren. Ich trinke keinen Alkohol, nur koffeinfreien Kaffee, Wasser, Tee – ungesüßt.

Auslassdiät – Gluten, Zucker, Milch


In ihrem Buch ENERGY empfiehlt Doc Fleck eine Auslassdiät, um Allergien oder Unverträglichkeiten herauszufinden: Gluten, Zucker, Milchprodukte. Nicht alles auf einmal, sondern der Reihe nach.

Doc Fleck ist eine sehr bekannte Influencer-Doktorin, die früher auch für Die Ernährungsdocs im NDR gearbeitet hat. Sie schreibt empfehlenswerte Bücher, hat einen interessanten Podcast und eine Praxis führt sie auch noch. Dank ihr habe ich viel gelernt und verändert.

Im oben erwähnten Buch fand ich mich beim Thema Milcheiweiß wieder. Viele meiner Nebenbei-Beschwerden – die da sind, aber ignoriert werden – beschrieb Doc Fleck als mögliche Nahrungsmittelunverträglichkeit. Darunter:
Juckreiz, Müdigkeit, Schmerzen in den Handgelenken, Magen-Darm-Probleme, Kopfschmerzen, Migräne, Konzentrationsstörungen, schlechter Schlaf, verstopfte Nase, verschleimter Rachen.

Milchprodukte gestrichen – aber welche Alternativen?

Ich beendete den gesamten Konsum an Milchprodukten. Milch und Sahne war kein Problem, hier verwende ich seit Jahren die pflanzlichen Alternativen. Veganer Joghurt und Quark enthalten häufig Soja oder Erbsenprotein – beides histaminhaltig. Und ich habe noch keinen veganen Joghurt gefunden mit wenig Inhaltsstoffen, der mir schmeckt. Margarine – niemals! Frisches Brot und Kuchen ohne Butter? Uff. Das wird hart.

In den ersten Tagen war ich ziemlich grantig. Was sollte ich am Sonntag auf mein Frühstücksbrötchen essen? Keine Butter, keinen Käse? Und würde erneuter Verzicht wirklich helfen?
Nach ein paar Tagen setzte ich neue kulinarische gesunde Ideen um. Auf meinem Frühstücksbrötchen liegt nun Gurke, Radieschen und gehobelte Karotte, fein gepfeffert und mit ein bisschen Olivenöl beträufelt. Dazu Ei, Omelett oder Rührei und Räucherlachs. Tahini, Kräuter oder Meerrettich brachten weitere geschmackliche Veränderungen. Nussmus verwende ich gerne von Koro, Oatsome oder dm Bio.

Ich bemerkte schnell, dass ich deutlich mehr essen konnte, ohne Bauchschmerzen oder Reflux zu bekommen. Auch das Hautjucken verschwand nach ein paar Tagen völlig. Interessant ist: Meine Hände schlafen nachts nicht mehr ein und die Schmerzen sind verschwunden. Ich schlafe besser, kann mich besser konzentrieren, Magen-Darm-Probleme – weg!

Parallel begann ich meine Ernährung zu dokumentieren, hierfür habe ich die TK Coach – App verwendet. Ich war mega überrascht, dass ich viel zu wenig aß. Aber klar, ich konnte nie viel essen, weil ich dann Magenprobleme bekam. Das änderte sich. Ich esse jetzt deutlich mehr, nehme aber nicht zu, im Gegenteil. Klingt alles erst mal gut.

Doch dann: Worst-Case-Szenario für den #Wochenendkuchen.

Backen ohne Butter, wenn du keine Margarine verwenden willst

Wie backe ich ohne Butter? Margarine. No go!
Ich ersetzte die Butter durch Rapsöl. Nicht 1:1, sondern etwas weniger.
Beispiel: 200 g Butter = 180 ml Rapsöl oder 250 g Butter = 210 ml Rapsöl – so nach Gefühl.

Was soll ich sagen, die Kuchen sind fluffig, saftig, liegen nicht so schwer im Magen und schmecken lecker. Auch bei Mürbeteig funktioniert der Austausch und selbst Kekse backe ich jetzt mit Rapsöl statt mit Butter.
Vegane Cremes sind inzwischen kein Thema mehr, somit gibt es bei uns auch wieder Tartes und Torten – nicht alle vegan, aber ohne Milchprodukte.

Umstieg geschafft! Ich habe mit dem Ausstieg nur gewonnen.
Und es geht mir besser. Bei der Migräne macht es kaum Unterschied, ich bemerke allerdings, dass die Schmerzstelle links an der Schläfe verschwunden ist, seit ich keine Milchprodukte mehr esse. Somit auch hier eine Verbesserung.

Ab und an kaufe ich mir inzwischen auch vegane Butter und achte darauf, dass kein Palmöl enthalten ist. Ich nehme momentan Eleplant.

Abklärung durch den Arzt

Klar bin ich zum Arzt und habe gefragt, ob meine Erfahrung medizinisch bestätigt werden könnte. Das geht, hat der Arzt gesagt, mit Atemtest.
Bluttest, Stuhltest oder Pricktest wurden abgelehnt: Wird nicht gemacht, keine Termine etc.
Der Atemtest bedeutet zwölf Stunden nichts essen, trinken, keine Zähne putzen, keine Medikamente, dann Zeugs trinken und atmen – sozusagen. Klingt alles machbar. Mit Migräne ist es das nicht. Wenn ich morgens nach dem Aufstehen nichts esse, nichts trinke, weiß ich: Die nächste Attacke kommt und das ist nicht eine, sondern der Anfang einer Reihe.
Zur Abklärung sollte nicht nur Milch, sondern auch Gluten, Fructose und Histamin auf dieser Art gestest werden. Nur vier Termine, wenige Stunden. Für mich bedeutet das gut sechs Wochen Migräne.

Ich verzichte also erst einmal darauf.

Next Level

Nach der Auslassdiät Milchprodukte folgt demnächst Gluten.
Mehl tausche ich jetzt schon oft aus mit Mandelmehl, gemahlenen Haselnüssen oder gemahlenen Mandeln, Reismehl um mich langsam daran zu gewöhnen – beim Backen und Essen. Alles auf einmal geht nun mal nicht und macht unzufrieden. Ich werde berichten.

Rezept: Backen ohne Milchprodukte, aber nicht vegan

Ein paar wenige Beispiele – zum Nachschlagen, auch für mich.

Waffeln

4 Eier getrennt, Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen zu dem Eigelb
120 g Zucker
210 g Rapsöl
390 g Dinkelmehl 630
400 g Hafermilch
1 P. Backpulver
1/2 Zitrone, den Abrieb
Vanille, Zimt oder Tonka nach Geschmack und Vorrat. Alles gut vermengen.

Zum Schluss das geschlagene Eiweiß zügig mit dem Teig vermischen.

Mürbeteig

300 g Dinkelmehl
80 g Vanillezucker (Ich verwende nur Vanillezucker, selbstgemacht, aus Rohrohrzucker in den ich ausgekratzte Vanillestangen lege)
90 g Rapsöl / 100 g vegane Butter, z.B. Eleplant (Alternativ: nur 170 g Rapsöl)
1 Ei
Zitronenabrieb
Prise Salz

Umso mehr Öl, desto bröseliger wird der Teig, habe ich festgestellt, er kann aber trotzdem gut in eine Form gedrückt werden und ist herrlich mürbig.

Nougatcreme vegan

300 ml Hafermilch mit
100 ml vegan Sahne, z.B. Rama erwärmen
1 Pck Vanillepudding und
2 EL Vanillezucker einrühren. Aufkochen. Ausstellen: Dann
75 g dunkler Nougat, z .B. vom Pati-Versand in die warme Vanillemilch legen und schmelzen lassen.


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