Wir haben alle unendlich viele technische Geräte, die uns das Leben erleichtern sollen. Oft funktioniert das nur semi gut. Du brauchst das passende Kabel, Zubehör, Apps. Das eine ist mit dem anderen nicht kompatibel. Und dann ist da noch die moralische Sicht auf die Dinge. Gewisse Firmen wollen nicht (mehr) unterstützt werden. Das ist im Alltag nicht leicht umsetzbar.
Ich habe mich in den letzten Wochen darin versucht, einige der großen Techkonzerne aus meinem Leben zu entfernen und musste manchmal Kompromisse eingehen, oft war ich aber auch überrascht, wie leicht ein Wechsel umzusetzen war.
amazon ja – nein – manchmal
Ich habe meine amazon-Einkäufe und Abos auf Null reduziert. Alternativ kaufe ich direkt bei den Herstellenden, sofern möglich. Bücher gibt es auch bei Thalia – ein kleiner Kompromiss bis ich hier eine von den Eigentümern betriebene Buchhandlung gefunden habe, die auch beliefert – gut verpackt. Meinen amazon-Account kann ich jedoch nicht löschen. Denn meine E-Books und Hörbücher verkaufe ich über amazon KDP bzw. Audible. Ein großer Kompromiss.
Aktuell bearbeite ich alle E-Books, um sie bei Tolino einzustellen. Einige Romane sind bereits online.
An Meta & Co. vorbei?!
Vor mehreren Jahren war ich die Erste in meinem privaten Umfeld, die darum bat SIGNAL zu installieren, aber ohne WhatsApp geht es immer noch nicht, weil zu viele Menschen bei Meta bleiben.
Auf Facebook bin ich schon länger nicht mehr, was ich schmerzlich feststelle, denn die Kontakte sind damit auch verschwunden. TikTok habe ich nicht lange ausgehalten – die Stimmung ist unterirdisch. Es bleibt noch Instagram und Bluesky.
Bei Bluesky erreiche ich niemanden, wenn ich nur alle paar Monate reinschaue. Bei Instagram ist das nicht anders, zudem gibt es inzwischen viel zu viel KI-basierte Reels und Fotos. Wer kann noch zwischen Real und KI unterscheiden? All die Werbung von Billigläden aus China und ein Algorithmus, dem ich mich nicht unterwerfen will, machen nicht unbedingt Freude. Trotzdem hadere ich noch.
Die Alternative: Newsletter. Bitte abonniere diesen Blog, das würde mich sehr freuen. Momentan geht das rechts in der Seitenleiste über wordpress. Ich arbeite auch hier an einer für dich leichteren Alternative. Gib mir noch ein bisschen Zeit.
E-Mail, Browser, Textprogramm & Co.
Outlook wird zu Thunderbird
Das neue Outlook ist mir in den letzten Monaten auf den Keks gegangen. Hier war es ein Leichtes zu wechseln. Mit Thunderbird habe ich vor ungefähr zwanzig Jahren schon einmal gearbeitet, als es noch neu auf dem virtuellen Markt war. Inzwischen würde ich es als etwas komfortabler ansehen, wenn ich auch die Handy-App nicht so schick finde. Aber damit kann ich mich arrangieren.
Google / Bing bzw. Chrome / Edge wird zu Brave
Browser und Suchmaschinen gibt es viele. Hier habe ich mir die Empfehlung meines Sohnes eingeholt.
Brave gefällt mir gut, weniger Werbung, keine übertriebenen Suchergebnisse, keine chinesischen Billigkonzerne in den obersten Suchergebnissen, keine bezahlten Anzeigen von ebendiesen, kein Phishing, keine Malware, keine Cookies dankBrave Shields. Hier lese ich sogar die KI, weil deren Antworten wirklich hilfreich sind. Denn bei der Um- und Einstellung der diversen Programme musste ich die Suchfunktion häufig verwenden.
Brave basiert auf dem Open-Source-Projekt Chromium.
Alternativ habe ich noch Firefox, da ich sonst Probleme habe, bei VG Wort meine Meldungen abzugeben.
Microsoft Office wird zu OnlyOffice
Mit OnlyOffice arbeite ich schon einige Wochen. Doch so lange Word auf meinem Rechner war, bin ich zur Gewohnheit zurückgekehrt. OnlyOffice gefällt mir, ich musste ein paar Einstellungen vornehmen und wenige Apps runterladen, um damit zu arbeiten, wie ich es benötige. Z.B. fehlte: Wörter zählen. Wichtig in meinem Beruf. Und dafür gibt es eine App mit dem logischen Namen „Wortzählen“. Manche Befehle sind anders als in Word – ich lerne noch.
OnlyOffice ersetzt alle Programme von Microsoft.

OneDrive wird zu Nextcloud
Vor einigen Jahren habe ich schon einmal versucht mit Nextcloud zu arbeiten, das hat nicht funktioniert. Inzwischen finde ich die Oberfläche angenehmer und intuitiver. Vielleicht habe ich mehr Zeit mich darauf einzulassen, vielleicht war jetzt der richtige Moment für den Wechsel, vielleicht ist aber auch in den letzten Jahren daran gearbeitet worden und wir Zwei passen nun besser zusammen.
Nextcloud ist eine Open Source Cloud-Anwendung, die bei mir über eine eigene Webseite läuft, die ich über all-inkl.com gebucht habe. All-inkl.com ist ein deutscher Internetprovider mit Servern in Deutschland. Die Webseite ist noch etwas altbacken, aber aktuell wird dort in der MembersArea gearbeitet, was ich sehr begrüße.
Kurz noch ein Hinweis zu OneDrive. Bei all den Umarbeiten und Synchronisationen passierte ein Fehler. Plötzlich waren 140 GB Dateien futsch. Ich stand zwischen Herzinfarkt und kompletter Gleichgültigkeit. Mein Sohn hat dann alle Dateien wieder hergestellt und von OneDrive auf den Rechner zurück synchronisiert. Das hat einige Tage gedauert. Mein Entschluss stand schon vorher fest, doch diese Aktion bekräftigte diesen noch einmal mehr. Ich hatte keine Lust mehr auf Persönliche Ordner und eine übergriffige US-Cloud-Lösung, die nach jedem Update und jedem Neu starten von selbst die Synchronisation anstieß, egal wie oft ich sie stoppte. Das Betriebssystem musste daran glauben. Erst jedoch:
Keine Outlook-E-Mails mehr
Alle Outlook-E-Mails gehören inzwischen der Geschichte an. Ich habe alle neuen E-Mails über (s.o) die besagte all-inkl.com-Nextcloud-Webseite erstellt.
Todo von Microsoft wird zu TASKS.ORG (läuft auf Nextcloud)
Gemeinsam mit meinem Mann habe ich mir eine ToDo-Liste geteilt, da diese nur mit einer Outlook-Adresse betrieben werden konnte, da Microsoft, musste auch eine neue App her. Nach langem Suchen haben wir festgestellt, dass TASKS.Org über und mit Nextcloud läuft. Praktisch. Nun können wir beide darauf zugreifen – auf PC und Handy, und zwar obwohl ich Android und er Apple hat.
Outlookkalender wird zu OneCALENDER (läuft auf Nextcloud)
Kein Outlook bedeutet auch keinen Kalender mehr. Da gibt es viele Alternativen. Google wollte ich nun aber auch nicht. Auch hier habe ich mich für den mit Nextcloud kompatiblen OneCalender entschieden.
Der größte Schritt: Windows 11 wird zu Linux Mint
Vor ungefähr siebzehn Jahren besaß ich ein „Altes Möhrchen“ – ein alter ausgedienter Laptop, dem ich diesen Namen liebevoll gab. Auf dieses Möhrchen spielte ich Linux Ubuntu, um mich damit näher zu befassen. Daraus wurde aus vielerlei Gründen nichts.
Der bereits erwähnte Sohn empfahl mir Linux Mint, installierte das Programm und putzte damit Windows von der Festplatte. In drei Stunden lief mein Rechner wieder mit allen Programmen, die ich brauchte und wie ich sie benötigte. Dass mein Sohn dabei mal eben das ein oder andere hinein programmieren konnte – weil „Sein Job“ – war hilfreich. Thanks.
Eine Ära ging zuende.
Ich begann meine Computer-Karriere 1990 mit einer Dos-Version, erst an meiner Arbeitsstätte, später, so ab 1992 mit meinem eigenen Koloss. Daran war alles groß, die Laufwerke, der Bildschirm, die Tastatur. Kein Programm wie heute, sondern nur einzelne Befehle, die ich in der Befehlszeile eingab. Damit bastelte ich erste Briefe, Einladungen, Visitenkarten, Grafiken. Keine Ahnung mehr wie das damals ging, aber es funktionierte. Kurz darauf kam Windows 3.1. Eine Revolution. Wahrlich. Über dreißig Jahre habe ich mit Windows gearbeitet. Nun habe ich mich getrennt. Die Scheidung hat mich ein paar Nerven gekostet, am Ende habe ich gewonnen – in jeglicher Hinsicht.
Bye Bye. Microsoft.
Ach übrigens: Ich spare bei all dem Geld, denn ich zahle kein Abo mehr. Alle Software-Lösungen sind kostenlos. Die oben erwähnte Webseite für meine E-Mails und Nextcloud gehört zu meinem Standardpaket.
Ich bin fast 56 Jahre. Das Einarbeiten in neue Technik und Programme funktioniert nicht mehr so schnell wie mit dreißig, aber hey… es geht und ich habe es geschafft. Jetzt kann ich das von meiner Liste streichen:
Zu Linux wechseln … gewechselt!
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