Früchtezeit = Konfitürenzeit!

Rhabarber-Vanille und Himbeer-Sekt auf Brötchen. Das ist übrigens auch selbst gebacken.

Rhabarber-Vanille und Himbeer-Sekt auf Brötchen – das ist übrigens auch selbst gebacken.

Endlich! Es geht wieder los. Rhabarber und Erdbeeren sind schon auf dem Wochenmarkt erhältlich. So lecker! Bald folgen Blaubeeren, Himbeeren, Stachelbeeren. Ich liebe sie. Beeren. Mmh! Zum Naschen, mit Vanille-Sahne, Eierlikör, zum Garnieren, Backen oder um Konfitüre daraus zu kochen. Ich gebe es zu, ich bin Miss Marmelade, manchmal. ;-) Allerdings koche ich sie auch im Winter, die Konfitüre. Oder ist es Konfitüre? Den Unterschied kann ich mir nicht merken. Auf jeden Fall ist es ein süßer Fruchtaufstrich! :-)

Ich probiere gerne aus, auch im Sinne der Resteverwertung. Matschige Bananen? Weintrauben, Kirschen, Erdbeeren die nicht mehr so knackig aussehen? Für Konfitüre perfekt! Nur schimmelig dürfen sie natürlich nicht sein.
Meine persönlichen Favoriten sind zurzeit Himbeer-Sekt-Gelee oder Erdbeer-Minz-Konfitüre. Sehr lecker auch das Weingelee. Etwas herb und superköstlich: Orangen-Zitronen-Konfitüre. Kürzlich wollte ich es wissen und so kochte ich mein erstes Whisky-Gelee, verfeinert mit Chili und Himbeeren. Lecker und angenehm scharf. Demnächst folgt Rotweingelee. Unbedingt mit Rosmarin. Und einmal mit Lavendel.

Rezepte für Marmelade, Konfitüre & Gelee

Resteverwertung: 280 g Kirschen, 160 g Rotwein, ein Zweig Rosmarin, Zitronenabrieb, Prise Salz, 220g Gelierzucker 2:1

Resteverwertung: 280 g Kirschen, 160 g Rotwein, ein Zweig Rosmarin, Zitronenabrieb, Prise Salz, 220g Gelierzucker 2:1

Marmelade selbst kocht ist simpel und geht schnell. Abgesehen von den Zutaten sind saubere, fettfreie, sterilisierte Schraubgläser wichtig. Senfgläser oder frühere Marmeladengläser sind natürlich verwendbar. Gläser und Deckel sollten dann in einem großen Topf mit Wasser abgekocht werden. Alternativ ist es auch möglich die Gläser im Ofen bei ca. 120 Grad für 10 Minuten zu sterilisieren.

Grundrezept

2:1 Gelierzucker
1 kg Früchte (wenn Wein, Sekt, Likör oder Whisky dazukommen weniger Früchte und entsprechend auffüllen, d.h. z.B. 850 g Früchte, 150 g Whisky)
Zitronenabrieb einer unbehandelten Bio-Zitrone oder Zitronensaft
1 Prise Salz (kein Muss)

Tipp: Zitrone und Salz heben die anderen Zutaten geschmacklich hervor. 1 Prise Salz gehört in jedes süße Gericht, sofern es erhitzt wird. Also in Kuchen, Muffins & Co., in süßem Chutney oder eben in Konfitüre ist die Prise Salz ein kulinarisches Muss, das geschmacklich nur verfeinert. In süßen kalten Desserts oder Torten wie z.B.  Quarkspeisen, Tiramisu, Sahnetorte oder Eis gehört die Prise Salz besser nicht. 

Zubereitung

Marmeladenvielfalt, v.l.: Resteverwertung der Weintrauben ergab Weintrauben-Weingelee mit Vanille. Daneben Himbeer-Whisky-Chili und im kleinen Glas folgt das reine Whiskygelee, versetzt mit einem Spritzer Zitrone.

Marmeladenvielfalt, v.l.: Resteverwertung der Weintrauben ergab Weintrauben-Weingelee mit Vanille. Daneben Himbeer-Whisky-Chili und im kleinen Glas folgt das reine Whiskygelee, versetzt mit einem Spritzer Zitrone.

Früchte, evtl. den gewünschten Alkohol oder Saft in einen Topf füllen. Zucker darüber streuen. Umrühren. Salz, Zitronenabrieb oder Saft und – je nach Geschmack – Kräuter, das Mark einer Vanillestange oder den Rieb einer Tonkabohne einrühren. Variationen sind hier keine Grenzen gesetzt. Und – wer Zeit hat – ca. 1 Stunde stehen lassen. Dann bei starker Hitze aufkochen lassen. Wenn es sprudelt, die Temperatur etwas reduzieren, es muss aber weiter kochen.
Die Konfitüre oder das Gelee sollten – wie auf der Packung Gelierzucker 2 : 1 steht – mindestens 4 Minuten kochen. Da ich keine Früchte in der Konfitüre mag, wird bei mir alles püriert. Je nach Zutaten nach dem Kochen oder auch davor. Vorher nehme ich allerdings die Kräuter raus.

Nun alles in Gläser abfüllen, diese gut verschrauben und für ca. 5 Minuten auf den Deckel stellen. Ist jetzt der Deckel nicht feste verschlossen, gibt es eine Sauerei! Erfahrungssache! ;-)
Gläser beschriften und den Inhalt beim nächsten Frühstück genießen. Selbstgemachte Marmelade eignet sich natürlich auch als Geschenk.

Marmeladen- und Gelee-Variationen

Die Marmelade der 80iger: Kiba mit Rum. Lecker! Kirschen, Bananen, Zitronensaft, ein Schuss Rum mit Einmachzucker 2:1. Fertig.

Die Marmelade der 80iger: Kiba mit Rum. Lecker! Kirschen, Bananen, Zitronensaft, ein Schuss Rum mit Einmachzucker 2:1. Fertig.

Ausgehend von 2:1 Gelierzucker verwende ich 1 kg von den ausgesuchten Zutaten.
Kräuter, Zitronenabrieb – oder saft und Salz rechne ich nicht mit ein.

Für das Himbeer-Sekt-Gelee habe ich ca. 600 g Früchte und 400 ml Sekt verwendet
Als ich das Gelee gemacht habe, hatte ich einen sehr leckeren Rosé-Sekt von Silvester übrig. Wegschütten war mir zu schade.

So entstehen meine Marmeladen oder Gelees sehr oft. Ich habe den Rest Sekt verwendet und mit Früchten auf 1 kg aufgestockt. Es darf also auch etwas mehr oder weniger Sekt sein.

Frische Himbeeren sind mir zur Verarbeitung als Marmelade zu teuer, darum verwende ich hierfür TK-Himbeeren. So gibt es Himbeer-Konfitüre auch schon mal im Winter.

Prinzipiell ist für Marmelade oder Konfitüre alles erlaubt, das schmeckt: Erdbeeren, Rhabarber, Pflaumen, Kirsche, Ananas, Himbeere, Banane, Orangen, Trauben – pur, miteinander gemischt oder / und mit Gewürzen verfeinert. Und auch reine Flüssigkeiten wie Wein, Sekt oder Whisky eignen sich zum Einkochen.

Thymian (links) passt zu dunklen Früchten, Minze (rechts) geht immer!

Thymian (links) passt zu dunklen Früchten, Minze (rechts) geht immer!

Obwohl im Handel Gelee-Zucker angeboten wird, habe ich auch für das reine Whisky-Gelee 2:1 Gelierzucker verwendet. Das hat prima funktioniert. Hier waren es 400 ml Whisky und 200 g Zucker. Kleine Probieraktion für den Whisky-Liebhaber hier im Haus.

Kräuter- und Verfeinerungsvarianten

Verwende ich Kräuter wie Minze oder Rosmarin, greife ich nur zu frischen Kräutern. Wer es dezenter mag, kocht lediglich ein oder zwei Zweige mit. Die Kräuter mit dem Mixer klein raspeln und in die Marmelade einrühren, gibt ein intensiveres Aroma. Auch Chili passt gut in Marmelade. Dabei aber nicht zu viel verwenden, sonst wird es richtig scharf.

Was geht noch mit Marmelade?

Auf Brötchen oder Brot – das kennt ja jeder. Doch Marmelade eignet sich auch für leckere Kuchen. Auf dem Mürbeboden unter frischen Früchten oder Obst, oder – kurz erhitzt – auf die Birnen- oder Apfeltarte gestrichen. Sehr lecker. Marmelade als Füllung in Muffins ist ebenso köstlich. (Ach, ich glaube, ich muss jetzt mal in die Küche: Backen.)

Und du? Wie kochst du deine Marmelade? Hast du noch mehr Ideen? Ich freu mich immer über Tipps und Anregungen.

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© Grafiken, Fotos, Text: Nicole Rensmann

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