Gelesen: »Erebos« von Ursula Poznanski

Erebos von Ursula PoznanskiMein Sohn bekam »Erebos« zum Geburtstag geschenkt. Als er zu lesen begann, fragte ich ihn, wie es ihm gefiele. Seine Antwort:  „Weiß noch nicht so richtig.“ Das änderte sich nach ca. 30 Seiten. An einem freien Wochenende las er den mehrfach preisgekrönten Roman der österreichischen Erfolgsautorin Ursula Poznanski in einem Rutsch durch. Danach lieh ich mir »Erebos« aus, denn ich war neugierig.

Nun habe ich »Erebos« gelesen – nicht in einem Rutsch, dafür fehlt mir leider die Zeit. Der Roman hat mich zu Beginn auch nicht so gepackt wie das bei vielen anderen der Fall gewesen sein muss, erst am Ende konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Die Geschichte hat mich berührt, fasziniert, erinnert, nachdenklich gestimmt und meine Eindrücke und Erfahrungen bestätigt, obwohl »Erebos« alles andere als ein Ratgeber ist.

Zum Inhalt

Nick ist ein typischer Teenager.

Seine Eltern nerven, aber mit seinem fünf Jahre älteren Bruder versteht er sich super. Außerdem ist Nick heimlich verliebt, hat wenig Bock auf Schule und dafür umso mehr Interesse an Computerspielen. Als in seiner Klasse ein merkwürdiges kleines, flaches Päckchen getauscht wird und sich sein Kumpel stark verändert, wird Nick neugierig. Er möchte wissen, was sich in dem Päckchen befindet und fragt seine Klassenkameraden. Doch die halten dicht. Dann erhält Nick auch ein Päckchen, allerdings nur unter der Option niemals darüber zu sprechen. Das Paket enthält eine kopierte CD mit der Aufschrift EREBOS. Ein Spiel, wie sich schnell heraus stellt und doch weitaus mehr als ein normales PC-Adventure. Nick wird – wie alle anderen auch – vom Spiel infiziert. Er wird süchtig danach, doch das allein ist nicht der Kern der Geschichte. Erebos verlangt Aufgaben als Loyalitätsprüfung, Aufgaben, die bis in die Realität hineingehen, Moral und Legalität bleiben dabei außen vor. Auch wenn sich Nick immer wieder fragt, wie es möglich ist, dass Erebos so in das tatsächliche Leben eingreifen kann, kommt er nicht davon los. Er will in den Levels aufsteigen, will stärker, mächtiger werden und er will dazu gehören. Zu Erebos! Er verändert sich, vernachlässigt die Schule, lügt und schläft kaum, nur um spielen und dem Spiel dienen zu können. Bis er seinen misstrauischen Lehrer töten soll … im wahren Leben. Das erste Mal bekommt er Zweifel und muss die vernichtenden Konsequenzen tragen. Doch in Emily findet er eine Verbündete,  und sie ist nicht die einzige, die herausfinden will, was es mit EREBOS auf sich hat. Gemeinsam beschreiten sie gefährliche Wege.

Fazit

Ursula Poznanski ist ein spannender Jugendroman gelungen, der eine realistische Aussage trifft und eine katastrophale Vision unserer Onlinewelt zeigt. Die Themen PC-Spiele, Internet und Soziale Medien werden kritisiert und vor Macht, Sucht und Ausgrenzung gewarnt. Mir sind viele Bezüge zu aktuellen Online-Spielen, Facebook & Co. aufgefallen, die ich nicht näher erläutern kann, um nicht zu viel von der Geschichte zu verraten.
Auch ich empfand die ersten Kapitel zäh, die Vorstellung der Personen etwas langatmig, doch als Nick die CD das erste Mal in seinen Computer schiebt, nimmt der Roman kräftig an Fahrt auf. Die Entwicklung der Charaktere, das Hinterfragen des Spiels und die Dummheit einiger Akteure haben mich überzeugt und glaubhaft ins Geschehen gezogen. Die beschriebenen Spielsequenzen wirken sehr realistisch und heben sich dennoch stilistisch von den Passagen, die in der realen Welt stattfinden, ab. Im letzten Drittel bis zur finalen, überraschenden Auflösung wird die Geschichte zum Page-Turner.
Verdientermaßen hat Ursula Poznanski für ihren Roman »Erebos« zahlreiche Preise eingeheimst.

Spannend. Kritisch. Lesenswert!

 
Ursula Poznanski
»Erebos«
Loewe-Verlag
Taschenbuch
Erstmals erschienen 2011, 5. Auflage 2013 
488 Seiten
ISBN 978-3-7855-7361-7

9,95 €

»Erebos« erscheint im September 2013 als Jubiläumsausgabe im Hardcover für 7,95 €.

Webtipps:

Ein Kommentar:

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