Rezension: »kekskunst« von Nadja Bruhn

© Cover: "Kekskunst" von Nadja Bruhn / Kosmos Verlag

© Cover: „Kekskunst“ von Nadja Bruhn / Kosmos Verlag

Nach ihrem Buch »kekskunst zum Selbermachen« wird Nadja Bruhn in ihrem neuesten Kekskunst-Werk weihnachtlich. Wer in diesem Jahr keine Kekse mehr backen kann oder will, sollte sich das Buch für 2016 anschaffen, denn es lohnt sich.

Nadja Bruhn hat ursprünglich Modedesign gelernt, und das zeigt sich auch in ihren Kekskünsten.

Auf ihrer cookielastigen Webseite kann der Keksfreak Kekse für jeden Anlass bestellen – zur Hochzeit, als Deko, zur Geburt, zum Firmenjubiläum, als Valentinstagsgeschenk oder für die süße Liebeserklärung. Ein Logo-Keks für das Start-Up-Unternehmen oder anstatt Blumen einen Strauß voll bunter Kekse, all das stellt Nadja Bruhn her. Und wer in Hamburg wohnt, kann der Keks-Manufaktur in Eppendorf direkt einen Besuch abstatten und vor Ort schnabulieren. Auch Backkurse bietet die Backkünstlerin an. Bei Nadja Bruhn dreht sich alles um den Keks mit Kunst.

Zum Buch

Es ist ein 222 x 192 mm kleines Buch, das gegenüber den großen Backbüchern problemlos bestehen kann. Auf 96 Seiten präsentiert Nadja Bruhn ca. 34 Rezepte bzw. Keks-Varianten, ergänzt mit mehr als 56 Fotos und Farbtafeln. Die Herstellung von eigenem Lebkuchengewürz, Schablonen oder die Falttechnik für Papierspritzbeutel bieten alles, was für die Umsetzung der Rezepte nötig ist.
Jede Seite bestaunt der Leser mit „Ah“ und „Oh“ und „Schön“.  Wetten?

Die lustige Gesellen habe ich am zweiten Tag gemacht ...

Die lustigen Gesellen habe ich am zweiten Tag gemacht …

Die Rezepte sind für Anfänger nachzubacken – meist Mürbeteig mit weihnachtlichen Gewürzen verfeinert – für meinen Geschmack darf es aber ruhig eine Gewürzprise mehr sein. Um das Design der Kekse umzusetzen bedarf es einiges an Geschick und Genauigkeit. Aber es gibt auch simplere Varianten, wie das stollen – engelchen mit dick Puderzucker von S. 28/29.
Schablonen im Buch helfen einige der Figuren auszustechen. Hier müssen  mehrere Kopien angefertigt werden, denn die Seiten aus dem Buch schneiden – das wäre Zerstörung.

Zu den Rezepten erzählt Nadja Bruhn von familiären Ritualen, was dem Buch einen persönlichen und warmen Unterton gibt, der zu Weihnachten perfekt passt.

Was habe ich daraus gebacken?

Puh. Diese Kekse in dem Buch sind so exakt und filigran, dass ich mich erst gar nicht daran traute. Denn ich weiß genau, ich bin zwar mega pingelig, aber solch einer Kunst bin ich nicht gewachsen. Nun, irgendwann versuchte ich es trotzdem und dann nach alter Tradition.
Zu Deko-Zwecken hängen in meiner Küche Spekulatiusformen, die ich auf den Trödelmärkten kaufe, wenn ich dann mal welche finde. Zum Backen hatte ich sie noch nie verwendet. Nadja Bruhn schon. Also habe ich das kleinste Backmodel aus Holz von der Wand geholt, gereinigt, geschrubbt, getrocknet.

Mein Kekskunst-Debüt

Mein Kekskunst-Debüt

Dann habe ich Spekulatius (S. 41/42) gebacken. Meine Formen sind flacher als die von Nadja Bruhn, und die Figuren kommen nicht annähernd so plastisch raus. Das Backen hat aber trotzdem viel Spaß gemacht, und wurde gleich am nächsten Tag noch mal wiederholt. Dazu habe ich mich an Tannenbäume (S. 26 / 27) gewagt. Ausstechformen habe ich dafür, aber dass die Einzelteile auch ineinander passten ist gar nicht so einfach.

In den Rezepten verwendet Nadja Bruhn – wie schön – auch schon Mal Matcha oder Rote Bete zum Färben. Aber auch Lebensmittelfarbe kommt wieder vor. Dabei ist  das wirklich nicht nötig.
Zur Deko verwendet sie weißen Dekorzucker, den ich leider nicht bekommen habe. Darum habe ich Kokosraspel genommen. Das sieht auch nach Schnee aus und schmeckt zusätzlich nach Kokos … wer es mag.

Nun habe ich viele Menschen mit meinen ersten neuen „Kunst“keksen beglückt. Einen Schwung werde ich in diesem Jahr noch backen …

Tipps & Tricks

Wer Lust hat Kekse nach Nadja Bruhn nachzubacken, dem empfehle ich das Video auf NDR (Link siehe unten). Dort backt sie Kekse in maritimem Design. Der Teig für diese Art von Keksen muss schön dick sein, wie im Video zu erkennen ist. Das hätte ich in jedem Fall falsch gemacht.
Außerdem scheint ein gutes Back-Equipment sinnvoll zu sein. Abgesehen von Teigförmchen, benötigen wir für Kunstkekse auch einige Spritztüllen, viele Schüsseln und Dekorierflaschen. Und natürlich sehr viel Ruhe, Phantasie und Fingerspitzengefühl. Ich habe nur Phantasie, die Ruhe kommt bei mir beim Backen, aber mit dem Fingerspitzengefühl habe ich meine Probleme.

Aus den Teigresten habe ich dann Porträts gemacht.

Aus den Teigresten habe ich dann Porträts gemacht.

Ausstecher, die aus der Masse stechen, gibt es z.B. von Kaiser  – nicht nur für die Weihnachtszeit – und auch Nadja Bruhn bietet auf der Webseite viele Keksausstecher an, weit entfernt von Stern und Mond.

Fazit

Ein Keksbuch wie ein Bilderbuch. Jede Seite muss begutachtet und mit Ausdrücken des Staunens honoriert werden.
Das ist wirklich Kekskunst auf höchstem Niveau.

Nadja Bruhns »kekskunst« ist ein Buch zum „Haben-Müssen“ und Verschenken – für alle, die Kekse und das Backen lieben. Großartig!

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Bilder aus meiner Kunstkeks-Versuchsküche

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Nadja Bruhn
»kekskunst«
Kosmos Verlag, 2015
Laminierter Pappband
96 Seiten, mehr als 56 Farbfotos
ISBN 978-3-440-14814-3
12,99  €

Webtipps:

 

© Cover: Kosmos Verlag

Vielen Dank an den Kosmos Verlag!

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Ein Kommentar:

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