Gelesen: »Vegan im Job« von Patrick Bolk

Cover: »Vegan im Job« von Patrick Bolk / Südwest Verlag

Cover: »Vegan im Job« von Patrick Bolk / Südwest Verlag

Als ich noch als Angestellte gearbeitet habe – vor mehr als 22 Jahren -, gab es keine Kantine. Mein Essen musste ich mir selbst mitbringen oder in der Stadt kaufen. Glücklicherweise, denn Kantinenessen hat bis heute nicht den besten Ruf und ich höre darüber selten Appetitliches. Anregungen für leckeres und gesundes “Mitnahme-Essen” sind darum sicherlich bei vielen “Jobbern” auch heute noch willkommen.

Nun arbeite ich – seit knapp 22 Jahren – von Zuhause aus und brauche mir das Essen nicht am Abend vorher zubereiten. Doch mir gefiel das erste Buch »So geht vegan!« von Patrick Bolk sehr gut. Außerdem eignen sich schnelle Rezepte auch für den Alltag, nach einem stressigen Home-Office-Tag oder für Zwischendurch.

Zum Buch

144 Seiten, mehr als 60 Rezepte mit (leider nur) ca. 50 Fotos. Die Rezeptideen ab Seite 36 sind nach Frühstück, Lunch to go, Quick Dinner und Partytime unterteilt. Patrick Bolk beginnt mit einer sehr ausführlichen Einleitung über den veganen Alltag, über Vorräte und praktische Küchenhelfer. Das ist speziell für Anfänger interessant; wer schon länger gesund und vegan oder vegetarisch kocht, lernt hier nichts Neues. Tipps für das Essen im Restaurant oder auf Geschäftsreisen finden sich ebenfalls in dem Buch wie die große Frage, ob sich ein Veganer outen soll.

Hallo?

Nur für dich ist es wichtig, ob du dich vegan oder vegetarisch ernährst, ob du Fleisch oder nur Fisch isst. Es ist völlig egal, ob du heterosexuell oder homosexuell bist, ob du fünf oder sechs Zehen oder einen Leberfleck im Nacken hast. Und wenn du mit dreißig immer noch kein Ziel hast, wenn du keine Kinder willst oder mindestens vier, dann ist das so. Das Muss des Outings ist Eingrenzung deines persönlichen Ichs. Und es nervt mich doch sehr, dass sich jeder für sein Leben rechtfertigen soll.
Sei wie du bist. Iss was du isst! Und sch… auf die anderen. Das musste ich mal los werden, denn mir gehen diese Glaubenskriege in Bezug auf Essen, Religion, Familie oder Hautfarbe echt auf den Keks – mit Butter oder Öl gebacken, wie DU es magst, nicht die anderen. Wir sind nämlich alle Menschen, unabhängig davon, was wir essen, wie wir aussehen oder woran wir glauben!

Zurück zum Buch.

Patrick Bolk plädiert für frische Zutaten und wendet sie auch meistens in den Rezepten an. Manchmal verirren sich Zwiebel- oder Knoblauchgranulat in die Zutatenlisten und das berühmte Tofu-Würstchen im Schlafrock ist zwar ein schnelles Ofengericht, aber ein Blick auf die Zutatenliste der Tofuwurst zeigt: Fertigprodukte sind mit oder ohne Fleisch nicht gesund. Das sind aber nur Ausnahmen.
Die Rezeptseiten sind sehr schön und übersichtlich gestaltet und werden (meistens) mit einem Foto und einem zusätzlichen Tipp ergänzt. Buttons unten rechts oder links zeigen an wie lange die Zubereitung benötigt, wie viele Portionen das Gericht ergibt, ob es sich um Rohkost handelt oder ob das fertige Gericht später noch mal erwärmbar ist. Sehr schön. In dem ausführlichen Anhang bietet Patrick Bolk eine Übersicht schneller Produkte wie z.B. TK-Gemüse, Wraps oder fertige Teige. Ein Saisonkalender, eine Liste mit veganen Läden, Infoseiten und Blogs schließen das Buch ab. Alles sehr informativ.

ShakesWas habe ich daraus gekocht?

Erst gab es einen Frühstücksdrink (S. 40), der ging flott: Mandelmilch, Bananen, Zitrone, Datteln.
Hatte ich alles da.

Leider hat mein etwas betagter Mixer die Datteln nicht komplett zerkleinern können. So musste ich sie wieder rausfiltern, denn Drinks mit Stückchen sind nicht mein Ding. Schade, denn mit den Datteln wäre der Frühstücksdrink sicherlich noch leckerer gewesen.
Ich hatte vorher schon einmal Mandelmilch einer anderen Firma ausprobiert und fand sie sehr wässrig. Die Mandelmilch von Alpro schmeckt milchig und lecker. Kann ich  empfehlen. Allerdings würde ich dann zu der ungesüßten Variante greifen – schon aus Kaloriengründen, denn die Banane hat genug Zucker. Noch bis 31.12.2015 gibt es Kokosnuss- oder Mandelmlich von Alpro zum gratis testen (auf Verpackungen mit dem Hinweis “Gratis testen” achten).
So oder so: Schnelles und leckeres Rezept – auch für Zwischendurch. Die Banane kann sicherlich auch mal mit Erdbeeren oder anderen Beeren getauscht oder gemixt werden. Mit Haferflocken darin wird es ein Frühstück, das vermutlich bis zum Abend ausreicht.

Linsenbällchen_veganDanach gab es Linsen-Bällchen (S. 74) mit Salat und Reis – zum Abendessen. Den Dip habe ich abgewandelt und daraus eine scharfe Ketchup-Variante mit Chili und Ingwer gekocht. Orangensaft trinken wir nicht, es macht also keinen Sinn eine Packung zu kaufen, und frische Orangen habe ich – saisonbedingt – nicht bekommen. Auch die rote Currypaste habe ich weggelassen. Warum? Mein Vorratsschrank ist ziemlich groß, aber ich muss auch darauf achten, dass ich alle Produkte dauerhaft verwenden kann, sonst landen sie hinterher im Müll.
Die Linsen-Bällchen ließen sich schnell zubereiten und waren lecker. Die gibt es nochmal. Anstatt rote Linsen lassen sich vermutlich auch Kichererbsen verwenden oder andere Linsenarten. Ausprobieren und variieren.

Wer nun neugierig geworden ist, findet auf der Verlagsseite weitere Rezepte aus dem Buch.

Fazit: Leckere, teilweise schnell zubereitete Rezeptvorschläge, die auch auf vegetarisch (mit Milch und Käse) umgewandelt oder ergänzt werden können. Der Aufbau des Buches und der Rezepte ist übersichtlich. Allerdings ist mir der theoretische Teil zu lang. Trotzdem: Wieder ein tolles, authentisches Buch von Patrick Bolk mit einfachen, auch abwandelbaren Rezepten. Danke dafür!

 

Patrick Bolk
»Vegan im Job«
Über 60 schnelle und gesunde Rezepte – auch für unterwegs
Südwest Verlag, April 2015
Paperback, Klappenbroschur, 144 Seiten
ca. 50 Farbfotos
ISBN 978-3-517-09374-1
€ 14,99

Das Buch ist auch als ebook für 11,99 € erhältlich.

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© Cover: Südwest Verlag

Vielen Dank an den Südwest Verlag.

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